Verschätzt – Welche unerwarteten Kosten auf Tierhalter zukommen können

By on 4. September 2018

Verschätzt – Welche unerwarteten Kosten auf Tierhalter zukommen können

Immer mehr Deutsche leben mit Haustieren zusammen. Viele halten Hunde, manche Katzen und einige sogar Reitpferde. Bei allen Besitzern der genannten Vierbeiner steht die Freude an der Haltung im Vordergrund. Die Risiken und damit verbundene Kosten werden von den Tierhaltern völlig unterschätzt.

Der liebste Freund

Für die meisten Deutschen gelten Hunde als die zuverlässigeren Freunde. Vor allem große Rassen erfreuen sich steigender Beliebtheit. Den wenigsten Hundehaltern ist bewusst, wie schnell aus der Freude des Zusammenseins, schreckliche Ereignisse mit finanziellen Konsequenzen werden können. Das nachfolgende Beispiel ist nur eines von vielen möglichen Szenarien und es kann jederzeit eintreten.

Ein Mann geht mit seinem großen Hund auf einer belebten Straße spazieren. Auf der anderen Straßenseite läuft eine andere Person mit einem ähnlich großen Vierbeiner in die entgegengesetzte Richtung. Beide Hunde bellen laut und zerren heftig an den Leinen. Eines der beiden Tiere kann sich aus dem Halsband winden und läuft über die Straße, um das andere zu erreichen. Zwei Fahrzeuge weichen dem Hund so gut wie möglich aus und kollidieren miteinander. Ein drittes Auto kann nicht mehr rechtzeitig bremsen und verletzt den Hund. Innerhalb weniger Sekunden bricht eine bislang heile Welt zusammen und es entsteht für den Hundehalter ein kostspieliges Szenario.

Der Hund muss operiert werden

Der geschockte Halter kümmert sich zunächst um seinen geliebten Freund, da bei dem Zusammenstoß der beiden Autos niemand verletzt wurde. Die Polizei wird gerufen und nimmt die Personalien aller Beteiligten auf. Beim Tierarzt erfährt der Halter die nächste Hiobsbotschaft: Der Hund muss dringend operiert werden, die Kosten werden grob in vierstelliger Höhe veranschlagt. Die Nachbehandlung erfordert vermutlich eine ebenso große Summe.

Oft verfügt ein Hundehalter nicht über die erforderlichen Mittel, um seinem vierbeinigen Freund die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. Um die Situation in ihrer ganzen Tragweite zu erkennen, sollte jeder Halter sich diese seriöse Studie vor Augen führen:  

Gothaer-Versicherung – Infografik

Damit ist klar, dass nur eine rechtzeitig abgeschlossene Tierkrankenversicherung helfen kann.

Der Halter haftet für alle Schäden

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist in Paragraf 833 festgeschrieben, dass jeder Tierhalter in vollem Umfang für Personen- und Sachschäden haftet. Der beste Freund aus dem Beispiel oben ist dank einer vorhandenen Tierkrankenversicherung zwar gut versorgt. Auf den Besitzer kommen indes neue Herausforderungen zu. Die Halter der beiden zusammen gestoßenen Fahrzeuge wollen nicht auf ihren Kosten sitzenbleiben. Auf der Grundlage des BGB verlangen sie vom Hundehalter die Begleichung aller Schäden. Reparaturen an beiden Autos, gegebenenfalls zwei Leihwagen: Da kommt schnell eine fünfstellige Summe zusammen. Was tun?

Die private Haftpflichtversicherung zahlt nicht

In jedem Privathaftpflichtvertrag ist in den AGB vermerkt, dass von Haustieren verursachte Schäden nicht reguliert werden. Der Halter muss selbst alle Kosten übernehmen, auch wenn er dadurch an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit kommt. Es sei denn, er hat eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen.

Die reguliert in obigem Szenario alle Sachschäden und würde sogar bei Personenschäden die Kosten übernehmen. In einigen Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für Hundehalter bereits zwingend. In andern Regionen unterschätzen Besitzer immer noch die Risiken und schließen nur selten Verträge ab. Dabei übersteigen die Kosten eines einzigen Vorfalls den Jahresbeitrag um das Tausendfache.