Futtermittel – Was soll in den Napf?

By on 31. Mai 2017

Futtermittel - Was soll in den Napf? - Ein Artikel aus dem Hundereporter Magazin Ausgabe 2Wer das Futter für seinen Hund nicht selbst zubereitet, sondern teilweise oder komplett fertig kauft, sieht sich einem Wald aus Optionen gegenüber. Trocken, Nass, Dose, Schachtel, Extra, Welpe, Senior, Kraft, Vitamine, Kalzium, Leckerchen, Kauknochen, Ergänzung, Zusatzstoffe … zahllose Schlagworte, die dir von den Verpackungen entgegenleuchten und dir vermitteln sollen, dass eigentlich nur Sorte X mit Ergänzung Y in Frage kommt, wenn du den Namen „verantwortungsvoller Hundebesitzer“ tragen willst.

Grundsätzlich kann man sagen, dass das Hundefutter, das in Deutschland angeboten wird, in der Regel sehr gut ist. Nur sehr wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel und obendrein muss man einiges beachten, um dafür zu sorgen, dass unser vierbeiniger Gefährte auch bei gutem Futter von allem genug aber von nichts zu viel bekommt. In der Regel wird man dann letztendlich immer bei einem Mix aus diversen Futtermitteln landen, anstatt sich für ein einziges Produkt zu entscheiden. Um sich aber überhaupt entscheiden zu können, muss man erst einmal ein paar grundsätzliche Dinge über Futtermittel für unsere Hunde wissen. Damit gewährleistet ist, dass dein Hund durch Futtermittel nicht negativ beeinträchtigt wird, gibt es das „Futtermittelgesetz.“

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Damit ist es verboten, Futtermittel herzustellen, die die Gesundheit deines Hundes bei sachgerechter Fütterung schädigen könnte. Dass es eingehalten wird, wird durch Kontrollen gesichert, die denen sehr ähnlich sind, die auch bei Lebensmitteln für Menschen angewendet werden. Bei den Futtermitteln unterscheiden wir

a) Alleinfutter mit den Gruppen
a1)Trockenfutter
a2) Halbfeuchtfutter
a3) Feuchtfutter
b) Ergänzungsfutter in Gruppen
b1) Eiweißreichhaltig
b2) Kohlenhydratreichhaltig
b3) Mineralreichhaltig
b4) Vitaminreichhaltig
c) Beifutter wie beispielsweise Kauknochen, Hundekekse, Spielknochen usw. Beifutter gibt man eher als Belohnung oder zur Zahnreinigung u.v.m.
d) Diätfutter findet den Einsatz beispielsweise bei Stoffwechselstörungen oder bei Beeinträchtigung der Verdauung

Futtermittel - Was soll in den Napf? - Ein Artikel aus dem Hundereporter Magazin Ausgabe 2

Alleinfutter ist geeignet, den Nahrungsbedarf eines normalen Hundes mittleren Alters ausreichend zu decken. Es enthält ausreichend Mineralien, Vitamine, sowie alle anderen nötigen Nährstoffe. Ergänzungsfutter ist dann sinnvoll, wenn bei dem Hund spezielle Situationen auftreten oder gegeben sind, in denen der Hund bestimmte Zusatzstoffe benötigt. Das ist beispielsweise bei Welpen ebenso der Fall, wie bei alten Hunden oder bei Hunden, die Sport treiben oder Nachwuchs erwarten. In der Regel gibt es auch hier bereits vorgefertigtes Alleinfutter, das entsprechende Ergänzungsmittel enthält. Diese Futtermittel sind diesbezüglich gekennzeichnet, vor allem in den Altersstadien mit z.B. Welpenfutter oder Seniorenfutter usw. Beifutter sollte immer die Ausnahme sein. Kleine Belohnungen, Beschäftigung, aber auch Zahnreinigung – das sind typische Gebiete für Beifutter. Man darf nur nie aus den Augen verlieren, dass auch Beifutter Kalorien hat. Zuviel davon und dein Hund wird dick.

Dein Hund muss aus der Nahrung folgendes bekommen:

Vitamine: sie sind lebenswichtig und obwohl dein Hund davon nur geringste Mengen benötigt, macht es sich schnell bemerkbar, wenn etwas fehlt. Leider macht es sich auf exakt die selbe Weise bemerkbar, wenn die Nahrung zu viele von den Vitaminen A, D, E und K enthält, die der Körper nicht einfach bei Überschuss ausspülen kann.

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Mineralstoffe: Einige davon benötigt dein Hund in großen Mengen (die Mengenelemente) wie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium und Chlor. Diese Mineralstoffe sind für den Knochenbau, die Muskeln und die Blutgerinnung wichtig. Andere der Mineralstoffe werden nur in winzigen Dosen benötigt, die sogenannten Spurenelemente, wie Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Jod und Selen. Eisen regelt die Sauerstoffversorgung des Körpers. Zinkmangel kann sich schnell in Hauterkrankungen bemerkbar machen, da der Hund dafür dann sehr viel empfänglicher ist. Außerdem leiden Hunde mit Zinkmangel üblicherweise an Haarausfall. Was bei Jod-Mangel geschieht, wissen viele aus der Menschenmedizin. Es bildet sich ein Kropf aus und die Schilddrüse kann nicht mehr genügend Hormone ausbilden. Leistungsabfall, Haarverlust, Gewichtsabnahme bis hin zur Teilnahmslosigkeit und sogar zur Fruchtbarkeitsstörung können die Folge sein. In Deutschland nehmen häufig weder Menschen noch Tiere genügend Jod zu sich, weshalb man besonders darauf achten sollte, es über die Nahrung zu erhalten. Selen ist für das Immunsystem zuständig und hilft dabei, Infektionen zu bekämpfen.

Futtermittel - Was soll in den Napf? - Ein Artikel aus dem Hundereporter Magazin Ausgabe 2In den fertig zubereiteten Feucht-, Halbfeucht- und Trockenfuttern, die wir kaufen, können ist meistens eine sehr ausgeglichene Mischung aller notwendigen Anteile enthalten. Tests zeigen jedoch immer wieder, dass auch viele wirklich gute Futter von einigem ein bisschen zu viel, vom anderen dafür ein bisschen zu wenig enthalten. Das gilt auch für selbst zubereitetes Futter. Für einen kurzen Zeitraum stellt das überhaupt kein Problem dar – nur wenn auf Dauer, eventuell über Jahre, das selbe Produkt gefüttert wird, kommt es dann zu einer Unter- oder Überversorgung in einzelnen Bereichen. Obendrein sind die Bedürfnisse aller Hunde zwar sehr ähnlich, aber da sie halt doch nicht absolut identisch sind, gibt es einige einfache Ratschläge: – den Hund stets genau beobachten. Wenn er schwach und lustlos wird oder ihm das Fell ausgeht, kann das mit dem Futter zu tun haben. – sich nicht auf eine einzige Marke verlassen. Da in den Futtermitteltests (z.B. Stiftung Warentest) in Marke A oftmals mehr als nötig enthalten ist, was in Marke B zu wenig war, kann man durch Vielfalt in der Auswahl der Marken vielen Problemen aus dem Weg gehen. – sich genau über die Bedürfnisse des eigenen Hundes informieren und dann mit viel Geduld Etiketten lesen lernen. Das Gesetz gibt vor, dass auf den Verpackungen auch bei Tiernahrung stehen muss, was drin ist. Anfangs benötigt das einiges an Zeit beim Einkauf, aber daran hat man sich schnell gewöhnt und dann geht es schneller und man weiß einfach, dass der Hund das Richtige bekommt. – aktiv im Umfeld fragen. Gerade wer noch nicht viel Erfahrung mit Hunden hat, sollte sich nicht scheuen und die Erfahrung nutzen, die die Hundebesitzer aus der Nachbarschaft oder dem Verein haben. Von dort wird man vor allem kleine Tipps erhalten, die man im Zoofachgeschäft oder gar im Supermarkt niemals bekommen hätte.

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