Hundeliebe – Eine Abenteuerreise auf vier Pfoten – Teil 14

By on 7. Juli 2016


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Andy, Hannah und Luna sind alleine in der Halle, als Luna etwas zu bemerken scheint und seine beiden Menschen mit seinen Mitteln dazu bringt, ihm ohne zu zögern, durch das halbe Haus zu folgen.

Die große Frage, die Hannah sich stellen musste, war, nicht zum ersten Mal, die, ob sie Andy vertraute oder nicht. Und als sie in sich hinein horchte, blieb die Antwort darauf die selbe: ja, sie vertraute ihm. Sie atmete einmal tief durch, streckte sich und ging die Treppe hinunter, um Andy und Luna zu folgen. Es war so offensichtlich, dass Andy selber nicht wusste, was los war, dass es Hannah albern erschien, ihm irgendetwas zu unterstellen.

Kurz bevor sie an dem Raum an kam, den sie für die Küche hielt, wurden ihre Schritte langsamer und sie zögerte ein letztes Mal, als ihr der feste Griff von Andys Hand um das Messer noch einmal in den Sinn kam. Genau in diesem Moment kam Luna um die Ecke, weil er sie offenbar gehört hatte, und begrüßte sie überschwänglich. Hannah ging in die Hocke und zog den großen Kopf des Schäferhundes an ihren Kopf, um den Hund zu umarmen. Luna genoss die Aufmerksamkeit und drückte sich gegen sie.

Hannah fragte sich, wie es sein konnte, dass sie nie vorher auch nur darüber nachgedacht hatte, sich einen Hund zuzulegen. Mit einem tiefen Atemzug sog sie mit geschlossenen Augen den ganz speziellen Geruch ein, den Luna hatte. Als sie die Augen wieder öffnete, stand Andy vor ihr mit verschränkten Armen in der Tür und sah lächelnd auf das Pärchen hinab.

 

 

„Wenn ich dir nicht ohnehin schon vertrauen würde, würde ich es tun, weil er dir vertraut“, sagte er in ruhigem Ton. Hannah grinste und erhob sich wieder. „Das geht mir mit dir ganz genauso. Obwohl ich mich manchmal trotzdem frage, ob es vernünftig ist, dir zu vertrauen.“ Sie machte eine kurze Pause und ergänzte dann: „ich hab euch beide gerade in der Halle beobachtet.“ Man sah an der leicht veränderten Haltung von Andy, dass ihm unangenehm war, dass sie ihn gesehen hatte, aber er blieb trotzdem stehen, wo er war.

Er überlegte kurz und sah dabei auf Luna herunter. Er machte einen Ansatz etwas zu sagen, hielt dann aber wieder inne und setzte noch ein zweites Mal an: „Es ist inzwischen ganz offensichtlich, dass ich in dem Jahr von dem ich nichts mehr weiß, nicht nur mit Kriminellen zu tun hatte, sondern selber gelernt habe, mit Waffen umzugehen – und meinen Freund hier …“, dabei deutete er auf Luna, „… trainiert habe, mir dabei behilflich zu sein.

Beides sieht irgendwie so gar nicht nach mir aus, aber die Dinge, die ich aus dem Bauch heraus kann – und die auch Luna kann – sprechen leider eine andere Sprache.“ Luna war der Meinung, dass seine Menschen für den Fortgang des Gespräches nicht unbedingt mitten im Flur stehen bleiben mussten. Er erinnerte sich daran, wie überaus bequem das Wohnzimmer gewesen war und schubste Hannah gegen die Beine.

„Was willst du?“, fragte diese erstaunt. Luna verstand zwar die Worte nicht, aber er begriff anhand von Hannahs Haltung und Ton, dass sie nicht wusste, was er von ihr wollte, also musste er deutlicher werden. Hätte ein Schäferhund leicht genervt die Augen verdrehen können, hätte er es wohl jetzt getan. Stattdessen schnappte er Hannah vorsichtig ins Hosenbein, so dass er nur den Stoff erwischte und zog ein wenig daran in Richtung des Zimmers in dem sich das urgemütliche Sofa befand.

Hannah sah mit großen Augen zu Andy hoch. Dieser starrte ebenfalls etwas fassungslos und blickte dann in die Richtung, in die Luna zog. „Vielleicht hat er etwas bemerkt?“, flüsterte Hannah und Andy nickte zustimmend. Auch er befürchtete, der Hund könne einen Eindringling oder etwas anderes gehört oder gerochen haben. So leise wie möglich folgten sie dem Schäferhund, der jetzt ruhigen Schrittes ins Wohnzimmer vorging, ab und zu stehen blieb und sich um sah, anscheinend um sicher zu gehen, dass die Menschen ihm noch folgten.

Luna stellte amüsiert fest, dass die Menschen viel zu viel in sein Vorhaben interpretierten. Leider fehlte ihm die Möglichkeit, sie darüber zu informieren, dass er lediglich gerne wieder gemütlich liegen würde und trotzdem weiterhin seine Menschen bei sich haben wollte. Aber das würden sie schon noch bemerken, wenn er sie zum Sofa geführt hatte.

Andy und Hannah gaben keinen Mucks von sich und suchten ständig nach einer Möglichkeit in Deckung zu gehen, während sie Luna hinterher gingen. Beide lauschten angestrengt, aber sie hörten – natürlich – nichts. Im Wohnzimmer angelangt, durchquerte Luna den Raum mit einigen weichen, federnden Schritten, hüpfte auf das große Sofa und sah Andy und Hannah erwartungsvoll an.

Die beiden Menschen blickten erst den Hund verwirrt an, dann den Raum, dann sich gegenseitig und dann wieder den Hund, der jetzt ein gut gelauntes „Wuff“ von sich gab. Die zwei mussten doch endlich kapieren, dass er nur wollte, dass sie die Unterhaltung bequemer weiter führten, oder? Plötzlich prustet Andy los. Hannah brauchte einen Moment länger und sah Andy regelrecht erschrocken an. „Was ist so lustig?“, fauchte sie im Flüsterton. Andy deutete auf Luna.

„Er wollte nur aufs Sofa und dass wir beide mitkommen.“ Hannah runzelte die Stirn und riss dann die Augen weit auf. „Ernsthaft?!“ Andy nickte: „Ernsthaft.“ Er ließ sich neben Luna auf das Sofa plumpsen und zog Hannah mit sich, die einen kleinen, erschrockenen Aufschrei später auf seinem Schoß saß. Luna schnaubte einmal ganz gelassen und überaus entspannt die Luft aus den Nasenlöchern aus und sackte wohlig in die Weiche des kuscheligen Möbels.

Andy wollte gerade etwas sagen, als absolut unerwarteterweise der Butler in einem sehr förmlich aussehenden Morgenmantel zur Tür herein kam und Andy einen Umschlag hin hielt. „Das hier wurde gerade am Lieferanten-Eingang für Sie abgegeben.“ Andy runzelte ebenso die Stirn wie Hannah und Luna hob misstrauisch seinen Kopf. Andy öffnete den Umschlag. Auf dem Blatt standen nur zwei Worte, die Hannah auch lesen konnte: „Vatican Cameos.“ Andy wurde blass und sah Hanna mit weit offenen Augen an. „Wir müssen sofort hier weg …!“

Fortsetzung in Teil 15

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