Hundeliebe – Eine Abenteuerreise auf vier Pfoten – Teil 7

By on 14. Juli 2016


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Hannah hat gerade eben erst erfahren, wer Andy in Wirklichkeit ist, als sie sich auch schon, gemeinsam mit Schäferhund Luna, von eben jenen Verbrechern bedroht sieht, die die Besitzerin von Luna umgebracht haben!

Jeff hatte zügig seinen Weg ins Haus und in die erste Etage gefunden. Frank folgte ihm nur zögernd und fragte sich, wie Jeff es anstellen wollte, den Hund aus der Wohnung zu holen. Sie konnten schlecht einfach klingeln und die Herausgabe fordern. Aber offenbar war Jeff sich seiner Sache relativ sicher. Als klar war, dass im Hausflur sonst niemand zu sehen war, hielt er die Waffe weithin sichtbar in der Hand und ging mit möglichst wenig Geräuschen bis zu der Wohnungstür, die am ehesten zu dem Fenster gehörte, an dem sie gerade eben den Hund und die junge Frau gesehen hatten.

„Und jetzt?“, fragte Frank flüsternd. „Lass das mal meine Sorge sein. Halt einfach die Klappe und tu was ich dir sage.“ zischte Jeff leise zurück. Lunas Knurren war intensiver geworden und verstummte dann ganz abrupt. Der Vierbeiner drehte sich um und lief vom Fenster zur Wohnungstür. Er gab noch ein weiteres, leises, aber sehr intensives Knurren von sich, dann sah er Hannah und Andy an, als wolle er von ihnen wissen, wie die Menschen vorgehen wollten.

Er hatte ihnen mitgeteilt, dass etwas nicht in Ordnung war und er hatte ihnen gezeigt, wo es zu finden war. Jetzt war es an ihnen, den nächsten Schritt vorzugeben. Die Anspannung im Körper des Schäferhundes war deutlich sichtbar. Man konnte erkennen, dass jede Faser des Hundes hoch konzentriert war. „Sie sind hier“, erklärte Andy unnötiger Weise und Hannah nickte mit weit aufgerissenen Augen. Sie zitterte leicht.

 

 

Zu sehen, wie angespannt Luna war, versetzte auch sie in höchste Alarmbereitschaft. Sie fragte sich, wie es sein konnte, dass Andy zwar sehr aufmerksam erschien, aber keineswegs so erschrocken war, wie sie. Sie beobachtete, wie Andy noch einmal vorsichtig die Gardine vor dem Fenster zur Seite schob um durch den kleinen Spalt der dabei entstand nach unten auf die Straße sehen zu können.

Dann wandte er sich in den Raum und sah sich suchend um. Als habe Luna gesehen, was Andy suchte, huschte er auf schnellen Pfoten plötzlich durch Hannahs Wohnung in ihr Schlafzimmer, rannte dann wieder zu Andy, zurück ins Schlafzimmer und wieder zu Andy, bis dieser erkannte, dass der Hund wollte, dass er ihm folgte. Im Hausflur musste Jeff sich für eine der beiden Wohnungstüren entscheiden. Er hielt sein Ohr gegen die erste und als er ein leises Hundeknurren hörte, huschte ein breites Grinsen über sein Gesicht.

Er deutete Frank an, dass sie sich vor der richtigen Tür befanden und machte eine Geste, wo Frank sich hin stellen sollte. Die Waffe im Anschlag drückte Jeff auf den Klingelknopf neben der Tür und rief im unverfänglichsten Tonfall: „Ein Paket für Sie“. Hannah und Andy hörten das Klingeln und beeilten sich auf dem Schlafzimmerbalkon noch mehr in ihrem Tun. Gemeinsam hoben sie Luna hoch, der damit zwar nicht ganz einverstanden war, es aber mit sich machen ließ, ohne zu sehr zu zappeln.

Als niemand öffnete und sich generell hinter der verschlossenen Tür nichts zu tun schien, richtete Jeff seine Waffe kurzerhand auf das Schloss und schoss darauf. Mit einem tösenden Knall zersplitterten Holz und Metall und Jeff gab der Tür den Rest, indem er sie auftrat. Frank war einigermaßen erschrocken von der brachialen Vorgehensweise, lief aber trotzdem direkt nach Jeff in die jetzt offene Wohnung hinein.

Hannah kletterte, mit Hilfe von Andy, als letzte ebenfalls über das Geländer ihres Balkons auf den Balkon der ersten Wohnung des Hauses, das direkt an ihr Haus anschloss. In diesem Moment hörte man aus dem Hausflur den Schuss, der das Schloss zerstörte. Hannah schrie unterdrückt auf und starrte in Richtung ihrer eigenen Wohnung, die sie gerade hinter sich ließen. Luna sprang mit den Pfoten auf ihre Schultern, als wolle er sie freundlich auf der sicheren Seite begrüßen, und leckte ihr einmal über die Wange.

Hannah spürte, wie ihr die freundliche Geste des Hundes ein klein wenig die Angst nahm und senkte für eine Sekunde ihre Finger in das dichte Fell des Schäferhundes. „Wir müssen weiter“, sagte Andy eilig und fassungslos sah Hannah dabei zu, wie er mit irgendetwas, das er gerade aus ihrer Wohnung mit genommen hatte, die Balkontür in die fremde Wohnung hinein öffnete.

Er machte das so schnell und so gekonnt, dass Hannah überzeugt gewesen wäre, dass er einen Schlüssel hat, wenn sie ihm nicht dabei zugesehen hätte, wie er einbrach. Sie kannte die Bewohner der Nachbarwohnung nur flüchtig, aber sie wusste, dass sie zur Zeit in Urlaub waren. Trotzdem hatte sie Angst, sie könnte erwischt werden, als sie mit Luna und Andy die fremden Räume betrat. Da Andy die Tür geöffnet, dabei aber nichts kaputt gemacht hatte, konnten sie sie hinter sich wieder schließen, als sie alle den Balkon verlassen hatten. Im Nebenhaus waren Jeff und Frank jetzt im Wohnzimmer angekommen.

Der barockaltmodische Einrichtungsstil war erdrückend und die beiden Männer hatten das Gefühl, dass man vom Anblick von noch mehr Häkeldeckchen blind werden konnte. Um sie herum sprang ein fröhlicher Dackel, dessen erstes Erschrecken beim gewaltsamen Eindringen der Fremden in Begeisterung umgeschlagen waren, als sie erst einmal in „seiner“ Wohnung waren.

Der Dackel der alten Dame, die im Moment nicht zuhause war, hatte in der zweiten Wohnung auf Hannahs Etage natürlich den fremden Hund gerochen und war enttäuscht gewesen, dass er die fremde Fellnase noch nicht persönlich getroffen hatte. Aber nun waren wenigstens zwei Menschen da, die ihn krabbeln konnten. Also drückte er sich zwischen den Füßen der Männer hindurch, in der Hoffnung, dass sie sich zu ihm herabbeugen und ihn bis zu Frauchens Rückkehr streicheln würden.

Jeff fluchte, als ihm klar wurde, dass sie in der falschen Wohnung waren. Derweil öffnete Andy, zwei Wohnungen weiter und dadurch in einem anderen Haus, die Tür der Wohnung, in die sie geflüchtet waren. Luna stand neben ihm, sah genauso vorsichtig hinaus und sondierte die Lage. Mit einem leisen „Wuff“ zeigte er Andy an, dass der Weg frei war.

Dieser nahm die völlig verschreckte Hannah an die Hand und keine zwei Minuten später waren alle drei aus dem Gebäude geflüchtet und fuhren mit Andys Auto aus der Straße heraus. Während Andy den Wagen auf die Hauptstraße lenkte, hörten sie in der Ferne die Sirene des Polizeiwagens, der gerufen worden war, weil in Hannahs Haus ein Schuss zu hören gewesen war …

Fortsetzung in Teil 8

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