Hundeliebe – Eine Abenteuerreise auf vier Pfoten – Teil 6

By on 15. Juli 2016


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Um für Andy interessant zu sein, hat Hannah gelogen, Schäferhundrüde „Luna“ gehöre ihr. Wie sie nun erfahren hat, hatte auch Andy seine eigenen Geheimnisse. Und beide wissen nichts von der Gefahr, die ihnen droht!

Luna lag auf dem kuscheligen Teppich neben dem gemütlichen Sofa, auf dem Andy und Hannah es sich gemütlich gemacht hatten. Nach dem ersten Schock, dass Andy sehr wohl wusste, dass Luna nicht Hannahs Hund war hatte die Grafikerin sich zwangsweise wieder etwas beruhigt. Sie saß im Schneidersitz quer zur Sitzrichtung und hatte ihre Hände in den Schoß gelegt, während sie Andreas aufmerksam zuhörte. Zuerst hatte sie geglaubt, sie müsse vor Peinlichkeit im Boden versinken, aber irgendwie war es dem hochgewachsenen Mann gelungen, sie in der verworrenen Situation zur Mitverschwörerin zu machen.

Andy stellte erstaunt fest, dass Hannah auch völlig unhibbelig sein konnte, was der jungen Frau ausgesprochen gut stand und ihre Ausstrahlung komplett veränderte. Mit einem inneren Seufzen gestand er sich, dass es sie fast noch attraktiver machte. Er hatte seine langen Beine übereinander geschlagen und lehnte seitlich gegen die Rückenlehne des Sofas, während er weiter erklärte: „…Und meine Großtante hat Zeus – also Luna – und Apollo, den zweiten Hund, unter anderem darauf abrichten lassen, ihren Schmuck zu finden.

Das liegt nicht an den Schmuckstücken selber, sondern an den Schatullen in denen sie ihn aufbewahrt hat. Apollo musste leider sein Leben lassen, als er versucht hat meine Tante zu beschützen, aber Luna haben sie mitgenommen.“ „Und er ist ihnen also aus dem Transportwagen entkommen.“, ergänzte Hannah, während sie ein Bein ausstreckte und die Zehen ihres Fußes in Lunas Fell steckte, um sie damit ein wenig zu streicheln. Andy nickte.

 

 

„Ja. Und diese Männer haben, im Gegensatz zu mir, nicht rechtzeitig hin gesehen, als er verschwand. So konnte ich ihn allein verfolgen – bis ich ihn bei dir gefunden habe. Als du dann so getan hast, als sei es deiner, habe ich für einen ganz kurzen Moment gedacht, du würdest zu ihnen gehören, aber dann war schnell klar … aber das ist eine andere Geschichte.“

Hannah ging auf die letzte Andeutung nicht ein und legte den Kopf schief. „Warum hat Luna dich nicht sofort erkannt? Warum ist sie nicht zu dir gelaufen?“ Andy schmunzelte. „Luna ist so ausgebildet, dass er tun kann, was er möchte, bis er einen Befehl erhält von einer der Personen für deren Schutz er zuständig ist, oder von dem Mann, der ihn ausgebildet hat.“ Hannah hob die Augenbrauen. „Das warst nicht zufälligerweise du, oder?“

Andy lachte: „Nein, das war ich nicht. Ich kann vermutlich froh sein, dass Luna überhaupt auf mich hört, denn ich bin nur sehr selten auf dem Anwesen meiner Großtante.“ Luna gab ein wohliges Seufzen von sich und drückte ihren Kopf gegen Hannahs Fuß. Die junge Frau lächelte, beugte sich ein Stück zu ihm runter und kraulte ihn kurz zwischen den Ohren. „Und jetzt suchen diese Verbrecher dich …“ sagte sie ruhig und spürte das mulmige und zugleich auch sehr aufgeregte Gefühl in ihrem Magen.

Frank, Darcos bulliger Handlanger und sein überaus gewaltbereiter Kollege Jeff saßen in ihrem schwarzen BMW Geländewagen, mit Blick auf die Front des Hauses, in dem die Grafikerin wohnte, auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Frank fragte sich nicht zum ersten Mal, wie sinnvoll es war, jemanden mit einem dermaßen auffälligen Auto zu beschatten, aber er hatte nicht das Sagen – also schwieg er.

Stattdessen sah er Jeff dabei zu, wie dieser zum xten Mal das Magazin aus seiner 9mm Beretta herausholte, überprüfte und wieder in die Waffe einsteckte. „Musst du das Ding hier so offen im Auto zur Schau stellen?“ fragte Frank, als eine Passantin dicht am Auto vorbei ging, so dass sie die Waffe gesehen hätte, wenn sie im richtigen Moment ins Auto geschaut hätte. Jeff zuckte belustigt mit den Schultern.

„Glaubst du wirklich, dass sich jemand beschweren würde?“ Frank seuftze und sah wieder zum Haus rüber, in das Freiherr von Feldingen vor etwa zwanzig Minuten hinein gegangen war. Die dichten Gardinen auf allen drei Etagen des Hauses verhinderten, dass man in die Wohnungen hinein sehen konnte. Also blieb ihnen nur abzuwarten – und zu hoffen, dass es keinen Hinterausgang gab. In diesem Moment öffnete sich in der ersten Etage eines der bodenlangen Fenster, hinter denen ein schmiedeeisernes Gitter ein Herausfallen verhinderte.

Die Gardine wurde zur Seite geschoben und eine junge Frau war kurz zu sehen, bevor sie sich wieder in den Raum wandte. Und plötzlich sahen sie den Hund, der ebenfalls ans Fenster getreten war. „Ich glaub’s nicht! Da ist der Köter!“, rief Jeff sofort aus und machte sofort Anstalten, den Wagen zu verlassen. „Was soll der Quatsch? Willst du da jetzt hoch und die beiden erschießen, um an den Hund zu kommen?“

Frank hielt Jeff am Ärmel zurück, konnte den Mann aber nur kurz halten, bevor dieser tatsächlich aus dem Auto ausstieg. Er schlug die Tür zu und steckte sich seine Beretta auf dem Rücken in den Hosenbund. Frank verdrehte die Augen und sein Magen machte die Bewegung gleich mit, als er sah, wie Jeff über die Straße huschte und durch die Glas-Eingangstür in den Hausflur hinein sah. Frank holte noch einmal Luft und stieg dann ebenfalls aus.

Hanna setzte sich wieder aufs Sofa und genoss die frische Luft, die herein strömte. Die vielen Neuigkeiten, die allesamt klangen, wie aus einem schlechten Kinofilm, hatten ihr regelrecht den Atem genommen. „Was glaubst du, würden sie mit Luna machen, wenn er den Schmuck für sie gefunden hat?“, fragte Hannah besorgt. „Ich glaube nicht, dass sie riskieren können, dass er sie wieder findet, wenn der Job erst einmal erledigt ist.“

Es erstaunte Hannah nicht einmal mehr, wie wichtig es ihr inzwischen war, dass der Hund unbeschadet blieb. Mit einem unwohlen Gefühl kam ihr ein Gedanke. „Dann weiß die Polizei ja wohl von mir. Muss ich jetzt mit Ärger rechnen, weil ich Luna mitgenommen habe?“ Andy schüttelte den Kopf mit einem Lächeln, dass merkwürdig wirkte. „Nein. Die Polizei möchte ich aus der Sache im Moment noch heraus halten.“ Hannah runzelte die Stirn und wollte gerade nachhaken, als sie es plötzlich hörte … das bedrohliche Knurren des Schäferhundes, der stocksteif am Fenster stand und nach unten sah … „Luna? Luna, was ist los?“ Hannas Stimme zitterte leicht.

Fortsetzung in Teil 7

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