Hundeliebe – Eine Abenteuerreise auf vier Pfoten – Teil 5

By on 16. Juli 2016


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Um für Andy interessant zu sein, hat Hannah gelogen, Schäferhundrüde „Luna“ gehöre ihr. Was sie nicht weiß, ist, dass Andy Lunas wahre Identität kennt und dass er auch über sich selbst längst nicht alles verraten hat …!

Andy rief sich, während er klingelte, erneut in Erinnerung, dass er den Schäferhund, der ihm gleich entgegen gelaufen kommen würde, nicht mit seinem richtigen Namen „Zeus“ ansprechen durfte. Er musste bei „Luna“ bleiben – dem Namen, den die hübsche Lügnerin Hannah ihm gegeben hatte. Er war sicher, dass er nicht weiter als bis zu dieser Tür kommen würde, denn die Beweise, dass „Luna“ nicht ihr Hund war, dürften in der Wohnung offensichtlich werden.

„Hallo Andy!“ Hannah begrüßte ihn freudestrahlend und neben ihr tauchte in der offenen Tür vor Freude wedelnd die Luna auf, durch den sich Andy und Hannah überhaupt erst kennen gelernt hatten. Als sei Luna ebenso neugierig, auf das was jetzt geschehen würde, wie die beiden Menschen, blickte er gut gelaunt zwischen ihnen hin und her. „Kann ich rein kommen?“ fragte Andy, in der Überzeugung, die Antwort zu kennen.

Als Hannah jedoch mit einem „Natürlich!“ einen Schritt zur Seite machte und mit der Hand ins Innere des Appartements deutete, war der hochgewachsene Mann mehr als verdutzt. Aber natürlich folgte er der Aufforderung sofort und bemühte sich, sich nicht gar so neugierig umzuschauen, als er in Hannahs Wohnzimmer stand.

 

 

‘Wow!’ ging es ihm spontan durch den Kopf. Hannah hatte ganze Arbeit geleistet! Der Schlafkorb des Hundes war leicht zerrupft, das Kissen darin „zerlegen“ und an diversen Stellen im Raum lag Spielzeug herum, das ebenfalls durchaus gebraucht aussah. Das Beeindruckendste war allerdings, dass es kaum eine Stelle zu geben schien, an der keine Hundehaare pappten.

Es war überall zuviel, denn wäre Hannah so unreinlich, wie die Menge an Hundehaaren es Glauben machen wollte, dann hätte es in der Wohnung nach Hund gerochen, was nicht der Fall war, aber es zeigte überdeutlich, dass die junge Frau versucht hatte, an wirklich jedes Detail zu denken. Andy wusste nicht, ob er von soviel Engagement beim Lügen beeindruckt oder schockiert sein sollte.

Außerdem suchte er unwillkürlich auf Luna nach kahlen Stellen und als er diese nicht fand, fragte er sich, wie Hannah es geschafft hatte, so viele Haare aus dem Vierbeiner herauszuholen, um damit ihre Wohnung zu „dekorieren“. Hatte sie vielleicht bis vor kurzem doch einen eigenen Hund gehabt? Oder lief hier ein zweiter Hund herum, den er nur noch nicht gesehen hatte? Luna bewegte sich aufs Sofa zu und Hannahs Augen wurden etwas größer – und unmittelbar danach zu Schlitzen.

„Du bleibst unten,“ drohte sie dem Hund und ging auf ihn zu. Andys Anwesenheit schien sie für einen Moment völlig vergessen zu haben. Luna trappelte völlig unbeeindruckt weiter auf seinen inzwischen erklärten Lieblingsplatz und stellte die erste Pfote auf die Sitzfläche. Andy sah amüsiert zu, wie sich vor seinen Augen ein Willenskrieg entfachte. Er kannte den Schäferhund und hätte Geld darauf gewettet, dass Hannah keine Chance hatte. Aber er freut sich darauf, zuzusehen, wie sie es versuchte.

Also verschränkte er die Arme und trat einen Schritt zurück, um den beiden Kontrahenden Platz zu machen. „Runter mit dir, du …!“ Hannah verschluckte das Schimpfwort, das ihr in den Sinn kam und machte einen Satz auf das Sofa und den Hund zu. Luna stellte auch die zweite Vorderpfote aufs Sofa auf und blickte Hannah geradezu provozierend gut gelaunt an.

In dem Moment, in dem Luna zum letzten Hüpfen ansetzte, mit dem er komplett auf dem Sofa gewesen wäre, warf Hannah sich über die Rückenlehne des Sofas, um den Schäferhund mit beiden Händen vom Sofa runter zu schieben. „Ich – habe – RUNTER – gesagt!“ kreischte Hannah nun ungehemmt. Luna rutschte durch die schiebenden Hände von der Sitzfläche herunter, stieß dabei den leichten Sofatisch um, so dass das Windlicht mit den gefühlten achtmillionen kleinen Dekosteinchen darin sich über den Teppich ergoss.

Der Hund hatte sich deutlich schneller wieder gefangen als Hannah. Die Grafikerin war durch den Schwung, den sie hatte, über die Lehne rüber gerutscht und konnte sich gerade eben noch mit den ausgestrecken Armen auf dem Boden abstützen, während ihr Bauch auf der Sitzfläche lag und ihre Beine höchst unelegant, wie die eines Frosches, gegen die Rückenlehne gelegt in die Luft gestreckt waren.

Hannah ließ mit einem wütenden und gleichzeitig resignierenden Geräusch den Kopf Richtung Boden hängen. Luna stand jetzt mit allen vieren auf dem Sofa und guckte interessiert und mit schief gelegtem Kopf auf seine angebliche Besitzerin herunter. ‘Sie hatte es versaut’ war Hannahs einziger Gedanke. Kein Mensch würde ihr jetzt noch glauben, dass das ihr Hund war. Und sie hatte sich bin auf die Knochen blamiert!

Ihr Gesicht wurde heiß vor Peinlichkeit und gleichzeitig hätte sie am liebsten geschrien vor Wut. Als Hannah eine Hand hoch hob, weil sie mit der Faust auf den Teppich aufschlagen wollte, um wenigstens einem bisschen Druck Luft zu machen, verlor sie den letzten Halt und rutschte geradezu skurril auf dem Sofa zur Seite weg. Andy prustete zwar laut los vor Lachen, aber gleichzeitig fing er Hannah in ihrem letzten Wegrutschen auf und zog sie wieder auf ihre eigenen Beine hoch.

Die Grafikerin drückte ihr Gesicht gegen Andys Brust, weil sie ihn dann wenigstens nicht ansehen musste und irgendwie konnte sie die peinliche Situation gar nicht mehr als so sehr schlimm empfinden, angesichts der Tatsache, dass sie sich plötzlich in den Armen dieses tollen Mannes wieder fand. Andy genoss es ebenfalls die hübsche und so wunderbar tollpatische Frau gegen seinen Körper gelehnt zu spüren.

Er drückte seine Nase in ihr weiches Haar und sagte leise: „Kann es sein, dass du Luna noch nicht besonders lange hast?“ Hanna schüttelte ihren Kopf gegen seine Brust. „Kann es sein, dass Luna vielleicht gar nicht dein Hund ist?“ Er sagte es leise und ohne jede Anklage. Es dauerte eine Weile, aber dann schüttelte Hanna erneut bestätigend den Kopf.

Andy sah zu ‘Luna’ und sagte kurz und bestimmend: „Runter, Zeus“ und der Hund sprang ohne jedes Wenn und Aber sofort vom Sofa. Hanna starrte abrupt mit offenem Mund auf den Hund, dann auf Andy. Dieser lächelte, ohne Hannah los zu lassen und sagte dann ruhig: „Wir zwei müssen da mal etwas bereden …“

Fortsetzung in Teil 6

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