Hundeliebe – Eine Abenteuerreise auf vier Pfoten – Teil 4

By on 17. Juli 2016


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Um für Andy interessant zu sein, hat Hannah gelogen, Schäferhund „Luna“ gehöre ihr. Jetzt muss sie ihre Wohnung zur Hundewohnung umgestalten. Gleichzeitig ist eine gefährliche Verbrecherbande hinter Luna her!

Wenn Hannah etwas erfinden musste, dann richtig. Und sie erfand gerade die Hundebesitzerin Hannah Bergering. Sie hatte alles, was sie im Zoohandel eingekauft hatte mit einem Taxi in ihre Wohnung gebracht und strategisch verteilt. Fressnapf, Schlafkorb, Hundedecke, Futterdosen, Futterschachteln, Spielzeuge, Bürsten, Hundeshampoo und mehr.

Misstrauisch und etwas angewidert beäugte sie die Beutel, die man ihr ebenfalls verkauft hatte, mit denen sie offenbar Haufen, die Luna beim Gassi-Gehen machen würde, aufsammeln und dann vernünftig entsorgen sollte. Sie schüttelte sich bei dem Gedanken. Anfangs sah Schäferhund Luna ihr interessiert zu. Irgendwann begann der Vierbeiner allerdings die Wohnung zu inspizieren, die gerade hektisch für ihn ausgestattet wurde.

Der Teppich in der Mitte des großen Wohnzimmers war schon ausgesprochen angenehm unter seinen Hundepfoten, aber als noch viel angenehmer stellte sich das breite, cremefarbene Sofa heraus, auf dem – quasi als Bonus – eine kuschelweiche Decke lag. Luna drehte sich auf der Decke zweimal im Kreis, bevor er die perfekte Liegeposition gefunden hatte.

 

 

Oh ja, daran konnte man sich gewöhnen! Ein letztes, relaxtes Schnauben und Luna war rundum zufrieden. Hannah bearbeitete derweil in der Küche leise vor sich hin schimpfend den Futter- und den Wassernapf mit einem Stahlputzschwämmchen, um den „brandneu“- Glanz so gut wie möglich zu runinieren. Danach begann sie, mit dem selben, rauhen Ding die Kanten des riesigen Korbes zu bearbeiten, der ja angeblich schon seit langer Zeit Lunas Schlafplatz war.

Sie war mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden. Plötzlich fiel ihr auf, dass sie Luna schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatte und fragte sich, wo er war. Sie robbte auf allen Vieren ein Stück von dem Korb weg, bis sie ins Wohnzimmer schauen konnte. Erst sah sie Luna nicht, bis Hannas Augen abrupt riesgengroß wurden, als ihr plötzlich die beiden Fellspitzen über der Rückenlehne ihres niedrigen Sofas auffielen.

Der Hund lag auf ihrem Sofa!!! Mit einem Satz war Hannah auf den Beinen und stürzte in Richtung der Polstergarnitur. „Geh sofort da runter, du … aaah!“ Irgendwas an ihrem plötzlichen Aufspringen und sofort Lossprinten hatte Hannah falsch eingeschätzt, so dass sie quasi gar nicht ganz hoch kam, sondern sofort ausrutschte und neben dem Sofa auf den Knien auf dem Teppich landete – nur eine Handbreit mit ihrem Kopf an der Tischkante vorbei.

„Aua, verdammter Mist!“ Luna hob aufmerksam, aber ansonsten eher gelangweilt den Kopf und betrachtete Hanna, die nun eine Etage unter ihm dort kauerte, wo Luna sich zuerst beinahe hingelegt hätte. Er machte keinerlei Anstalten, sich vom Sofa weg zu bewegen. „Geh da runter!“ schrie Hannah ihn an, aber Lunas einzige Reaktion war ein Zucken seiner Ohren und ein weiterhin interessierter Blick direkt in Hannahs Augen. „RUNTER!“

Hannah deutete mit ausgestrecktem Finger auf den Boden neben dem Sofa. Luna legte seinen Kopf wieder bequem auf die Decke zurück und schnaubte entspannt. „Das glaub ich ja nicht!“ Hannah war jetzt fuchsteufelswild. Ihre Hände waren von der Schrubberei aufgequollen und ihre Nägel ruiniert und sie sah Hundehaare auf ihrem Designersofa! Plötzlich stutzte sie … Hundehaare? Sie stand auf, setzte sich neben Luna auf das Sofa und strich sich ein paar leicht verschwitzte Haarsträhnen aus dem Gesicht.

Hundehaare … in den Wohnungen ihrer Freundinnen mit Hunden – selbst bei denen, die blitzsaubere Hausfrauen waren, gab es überall Hundehaare … Ihre Wohnung war praktisch frei davon. „Ja … außer dem Sofa“, grummelte sie verärgert und schob, ohne darüber nachzudenken, Luna eine Hand ins Fell und begann automatisch den Hund zu krabbeln, während sie weiter nachdachte. Sie brauchte … für einen kurzen Moment weigerte sie sich, den Gedanken zuende zu denken, aber dann ging es nicht anders … sie brauchte mehr Hundehaare in der Wohnung.

Würde er wirklich so genau hinsehen? Sah ein Mann so etwas überhaupt? Aber sie durfte keine Möglichkeiten außer acht lassen. Die ganze Maskerade war für die Katz wenn alles wegen eines vergessenen Details aufflog. Sieh sah zu Luna und entdeckte ihre Hand im Fell des Hundes. Erstaunt hielt sie mit dem Krabbeln inne. Sie spürte die warme, weiche Kraft unter ihren Fingern und sah, wie sich der Körper des Hundes langsam Atemzug für Atemzug hob und senkte.

Als spüre Luna den Blick auf sich, hob er seinen Kopf und sah Hannah wieder direkt an. Die Werbegrafikerin lächelte schief und ließ sich dann zur Seite gleiten, bis sie ebenfalls auf dem Sofa lag – ihren Kopf auf den Bauch des Schäferhundes gelegt. Sie würde gleich Hundehaare in ihren eigenen Haaren haben, ging es Hannah durch den Kopf. Dann spürte sie die Wärme des Tieres auch an ihrer Wange und entschied, dass ihr das gerade egal war.

Luna legte seinen Kopf wieder aufs Sofa und döste zufrieden vor sich hin und es kehrte Ruhe ein, in Hund und Mensch. „Jetzt hat sie Zeus und behauptet, es sei ihr Hund. Und offenbar hat Zeus sie sofort regelrecht adoptiert. Du weißt ja, wie er Frauen gegenüber ist.“ Andreas Sebastian Freiherr von Feldingen trank noch einen Schluck von dem uralten Cognac den sein Freund Jakob von Tesslach ihm eingeschenkt hatte. „Ja, ich weiß, wie Zeus ist, Andy, ich kenne ihn ja besser als du.

Und jetzt triffst du sie morgen wieder? Warum hast du ihr Zeus nicht einfach abgenommen?“ Der elegante Mann im mittlerem Alter lehnte sich in dem schweren Ledersessel vor. Andy zögerte bevor er antwortete: „Weil ich sie wiedersehen wollte und weil es wohl kaum ein guter Weg dahin gewesen wäre, sie der Lüge und dann sogar des Diebstahls zu bezichtigen.

“ „Em, … sie HAT gelogen und sie HAT einen Hund gestohlen, oder sich zumindest unrechtmäßig angeeignet“, gab Jakob zu bedenken. Andy zuckte etwas hilflos mit den Schultern und grinste entschuldigend. „Ich kann ihr trotzdem nicht widerstehen und ich bin viel zu neugierig, zu sehen, was sie sich noch einfallen lässt

Fortsetzung in Teil 5

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