Hundeliebe – Eine Abenteuerreise auf vier Pfoten – Teil 3

By on 18. Juli 2016


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Um die Aufmerksamkeit eines schönen Fremden nicht zu verlieren, hat Hannah im Café behauptet, ein in Wirklichkeit herrenloser Schäferhund gehöre ihr – ihre dreiste Schwindelei droht schnell aufzufliegen.

Andy hatte, als sie sich zufällig kennen gelernt hatten, nicht viel Zeit für ihren ersten Spaziergang gehabt und musste sich relativ schnell verabschieden. Trotzdem hatten sie am Ende, wie Hannah gehofft hatte, ihre Telefonnummern ausgetauscht. Hannah trug den Zettel mit seiner forschen Handschrift wie eine Trophäe in ihrer Handtasche. Morgen – Samstagmorgen – wollte er um zehn Uhr bei ihr sein.

Alle Versuche es so zu drehen, dass er auf keinen Fall ihre Wohnung sehen können würde, hatten nichts genützt und wenn sie es noch vehementer versucht hätte, wäre es vermutlich so rüber gekommen, als wolle sie ihn gar nicht wiedersehen. Also hatte sie irgendwann einfach zugestimmt. Aber Andy erwartete eine Wohnung, in der ein riesiger Schäferhund wohnte …

Sie war schon froh, dass Andy sie nicht nach Hause begleitet hatte. Hannah überlegte, ob sie zu dem Tiergeschäft zurück gehen sollte, in dem sie die Leine gekauft hatte, aber sie hatte Angst, dass der Besitzer von Luna dort irgendwo herumlaufen und seinen Hund erkennen würde. Hannah blieb abrupt stehen und bekam einen vor Scham hochroten Kopf, obwohl sie alleine auf dem Bürgersteig stand. Tat sie das hier gerade wirklich? Sie sah zu Luna runter, der sich hinsetzte und scheinbar gut gelaunt zu ihr hoch sah.

 

 

Hannah hatte Freunde, die Hunde hatten. Die meisten von ihnen zerrten ihre Besitzer hinter sich an den Leinen hinterher, sprangen sie an und taten andere unliebsame Dinge. Luna saß brav neben ihr an der locker herunterhängenden Leine, an der sie bis gerade völlig ruhig neben ihr gegegangen war. Dieser Hund war es gewohnt, an einer Leine zu gehen. Er war offensichtlich sehr gut erzogen.

Und jetzt, wo sie ihn sich zum ersten Mal mit etwas Verstand ansah, wurde ihr bewusst, dass Lunas Fell glänzte und der Hund top gesund aussah. Das war kein Streuner … warum hatte er dann kein Halsband getragen? Und wem gehörte er? Wurde Luna vermisst? Hannah war hin und her gerissen. Sie müsste das Tier eigentlich zu einem Tierheim bringen, aber dann flog morgen ihr Schwindel auf. Wäre das so schlimm?

Oder wäre es nicht sogar besser, schnell reinen Tisch zu machen? Sie hatte gerade ihr Handy rausgeholt um die Nummer des Tierheims herauszusuchen, als sie angerufen wurde. Sie zuckte erschrocken zusammen, als ihr Klingelton einsetzte, während sie gerade selber tippte. „Hallo Hannah“, hörte sie Andys tiefe Stimme leicht durch die Leitung verändert. Hannahs Knie wurden weich. „Hallo Andy. Das ist aber eine Überraschung.“ ‘Bittebittebitte lass ihn nicht absagen’, war Hannas einziger Gedanke.

„Ich wollte nur sicher gehen, dass du mir wirklich deine richtige Nummer gegeben hast. Schöne Frauen wie du sind selten, aber so schöne Frauen die auch noch mit einem Hund leben … ich hab gedacht, da teste ich doch mal vorsichtshalber, ob du echt bist. Ich freue mich riesig auf euch beide morgen.“ Er hatte gegen Ende immer leiser gesprochen, so dass die letzten Worte beinahe gehaucht waren.

„Danke Andy … wir freuen uns auch.“ sagte Hannah ebenso leise mit einem gerührten Lächeln in das Telefon. Als sie die Beenden-Taste gedrückt hatte, sah sie einen langen Moment zu Luna herunter, dann ging sie vor ihm in die Hocke, wodurch ihr Kopf fast auf Kopfhöhe des Hundes war. „Meinst du, dein Besitzer ist sehr böse mit mir, wenn du noch ein oder zwei Tage bei mir bleibst?“ Wie zur Antwort hob Luna eine Pfote und legte sie Hannah aufs angewinkelte Knie.

Hannah starrte die Pfote an und fühlte eine warme Wolke in ihrem Bauch – und gleichzeitig einen Kloß im Hals. Hätte sie nicht so ein fürchterlich schlechtes Gewissen gehabt,wäre es wohl nur die Wolke gewesen. Aber in dem Moment, in dem Hannah zum ersten Mal erfuhr, wie unvergleichlich die ehrliche Zuneigung eines Hundes sein konnte, war ihr auch bewusst, dass sie der Grund dafür war, dass irgendjemand anderem diese Zuneigung von Luna gerade fehlte.

Ein Tag … einen Tag würde sie Luna noch bei sich behalten dann würde sie ihn ins Tierheim bringen. Sie brauchte noch einen Tag, um alles so zu arrangieren, dass sie Andy dadurch nicht verlieren würde, bevor sie ihn überhaupt gehabt hatte. Einen Tag länger … „Hast du ihn gefunden, Frank?“ der eiskalte Ton des mageren, aber drahtigen Mannes in übertrieben teurer Leder-Designer- Garderobe verursachte Gänsehaut.

Er fragte, während er zwei Revolver inspizierte, die ihm von einem anderen Mann in einem offenen Koffer entgegen gehalten wurden. Dem Gefragten, einem bulligen Kerl in Tarnfarben- Jogginghose und abgewetzter Lederjacke, war sichtlich unwohl bei dem, was er zu sagen hatte: „Nein, Boss, wir haben keine Ahnung wo er ist. Die Alte hat den Zettel mit den Daten wie wir ihn finden könnten, runtergeschluckt.“

Der Boss sah mit wütendem Blick hoch und Frank wünschte sich das berühmte Loch herbei, in dem er verschwinden konnte. „WIE …“, schrie der Boss ihn an, „kann es sein, dass ein großer, preisgekrönter Schäferhund einfach so durch die Düsseldorfer Innenstadt laufen kann, ohne dass er irgendwo auffällt? Und WIE stellt ihr Idioten es euch vor, an die Ware zu kommen, wenn wir den Köter nicht haben?

Willst DU dich durch den Hafen schnüffeln? Ja?“ Er hob eine der beiden Waffen aus dem Koffer hoch, entsicherte sie und richtete sie auf Frank. „BRING mir den Hund!“, dröhnte es durch die schäbige Werkhalle. Frank drehte sich auf dem Absatz um und sah zu, dass er aus dem Sichtfeld seines Bosses kam. Mit Darco war nicht zu spaßen. Er musste einen Weg finden, den Hund der frisch verstorbenen Baronin von Feldingen zu finden und zu Darco zu bringen, wenn ihm sein Leben lieb war.

Manchmal fragte Frank sich, wie er immer wieder in diesen Mist geraten konnte. Er hätte auf seine Oma hören und Schreiner werden sollen … Hannah hatte inzwischen mit Luna in einem überaus noblen Zoohandel eingekauft und war nun um alles das reicher, was ein großer Hund benötigte und um 348 Euro und 85 Cent ärmer …

Fortsetzung in Teil 4

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