Hundeliebe – Eine Abenteuerreise auf vier Pfoten – Teil 1

By on 20. Juli 2016


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Als Hannah mitten in der Stadt ein herrenloser Schäferhund zuläuft, ändert sich das Leben der tollpatschigen Grafikerin von Grund auf.

Hannah hatte mit Hunden nie viel anfangen können. Aus diesem Grund behagte es ihr überhaupt nicht, als ein großer Schäferhund langsam trottend auf ihren Tisch vor dem netten, kleinen Café zu kam. Die schlanke Werbegrafikerin mit den langen, dunklen Haaren, hielt Ausschau nach dem Besitzer, konnte aber keinen finden. Je näher ihr das Tier kam, desto steifer wurde sie in ihrem gemütlichen Sessel, aber da sie sich nicht die Blöße geben wollte, vor den wenigen anderen Gästen aufzuspringen, blieb sie sitzen.

Das geradezu riesige Tier setzte sich direkt vor sie und sah sie an, als erwarte es irgendeine Reaktion. Hannah versuchte, den Hund zu ignorieren, griff zu dem kleinen Keks der am Rand ihrer Kaffeetasse lag und führte ihn zum Mund. Mit halb offenem Mund hielt sie mitten in der Bewegung inne, als sie sah, dass der Schäferhund ihr das Plätzchen beinahe aus den Finger herausguckte und wie hypnotisiert auf die gebackene Süßigkeit starrte. Hannah wollte diesen Keks! Es war die einzige Nascherei die sie sich für diesen Tag zugestanden hatte. Sie achtete sehr auf ihre Figur und hatte sich auf das Plätzchen zum Kaffee fast mehr gefreut als auf das Getränk.

Aber der Gedanke, ihn nun zu essen und damit eventuell zu riskieren, dass ihr der fremde Hund auf die neue Jeans sabberte … Die Entscheidung wurde ihr abgenommen, als sie von der Seite angesprochen wurde: „Also entweder Sie geben das Plätzchen jetzt ab oder Sie essen es, aber das was Sie da tun ist grausam!“ Was für eine Stimme!! Der leicht spöttische Unterton schmolz geradezu in den tiefen weichen Tönen in denen sie angesprochen worden war. Hannah hob mit einem Ruck den Kopf zur Seite, um zu sehen, wem die Stimme gehörte. Exakt diesen Moment nutzte der Schäferhund, um sich den Keks mit einer vorsichtigen, aber schnellen Bewegung aus Hannahs Fingern herauszustibitzen.

 

 

Hannah erschreckte sich fürchterlich angesichts der Hundeschnautze an ihren Fingerspitzen, sprang höchst unelegant von ihrem Platz auf, verhedderte sich dabei in der Schlaufe ihrer Handtasche, die sie zur Vorsicht über ihr Bein gehängt hatte, riss dabei den Tisch beinahe, die Kaffeetasse hingengen komplett um, stolperte, als sei das alles nicht genug gewesen, auch noch seitwärts weg und fand sich … von zwei starken Arme aufgefangen und gegen eine feste, unverschämt gut duftende, unter einem bordeauxfarbenen, weichen Hemd verborgene Herrenbrust gedrückt wieder. Ihr Blick nach oben zeigte den wohl attraktivsten Mann, dem Hannah in ihrem bisherigen Leben begegnet war und sie hielt unweigerlich die Luft an.

Er war mindestens einen Kopf größer als Sie, war, wie sie nicht nur sehen, sondern auch spüren konnte, verdammt gut gebaut, hatte verwegenes, perfekt verwuscheltes, dichtes dunkelbraunes Haar und dazu passend dunkle sanft und jetzt gerade belustigt auf sie herabschauende Augen. Die sportlich-elegante Brille war die perfekte Ergänzung zum umwerfenden Gesamtbild. Er lachte leise auf und plötzlich wurde Hannah bewusst, dass sie ihn genauso anstarrte, wie dieser verdammte Köter gerade ihren Keks angestarrt hatte. Es fehlte nur noch, dass sie sabberte. Sie wurde hochrot, als ihr obendrein auffiel, dass sie in einer komplett merkwürdig verdrehten Pose an dem Fremden hing.

Aus dem Augenwinkel sah sie, dass der Schäferhund sich nach dem Keksgenuss freudig die Lefzen leckte und jetzt mit schief gelegtem Kopf die Szene vor sich betrachtete. „Na, das nenn ich mal stürmisch!“, erklärte der Mann, fasste sie noch etwas fester, hob sie an und stellte sie mit einer Leichtigkeit auf die Füße, als wiege sie nicht mehr als ein Apfel. Hannah wollte gerade anfangen, lauthals über den Hund zu schimpfen, der das Chaos verursacht hatte, als der Fremde sie los ließ, sich zu dem Hund herunterhockte und ihm über den großen Kopf streichelte. Ohne das Streicheln zu beenden sah er wieder zu Hannah hoch. „Das ist ja ein traumhaftes Tier. Ich hätte Ihnen einen solchen Hund ehrlich gesagt nicht zugetraut.“

Er deutete auf den äußerst schicken Platz auf dem sich das Café befand. „Hier findet man sonst nur die Schickimicki- Tanten, die es schon für unhygienisch halten, wenn die Serviette nicht gebügelt ist.“ Er sah wieder zu dem Hund und sprach ihn an: „Hast du auch einen Namen?“ – obwohl die Frage an den Hund gerichtet war, war natürlich klar, dass er eine Antwort von Hannah erwartete. „Luna! Der Name ist Luna!“ stieß es aus Hannah heraus. Das einzige, was ihr spontan in den Sinn gekommen war, war der Name der Nachtseife für die sie gerade die Werbeaktion bearbeitete. Innerlich zuckte sie mit den Schultern. Der Name war so gut wie jeder andere, oder? Und der Typ durfte auf keinen Fall wissen, dass der Hund nicht zu ihr gehörte!

Wenn sie es erst einmal geschafft hatte, ihn zu einem Date zu überreden, konnte sie später immer noch behaupten, der Hund sei unerwartet verstorben! „Luna?“ er runzelte die Stirn. „Das ist aber ein ungewöhnlicher Name für einen Rüden.“ Hannah blieb beinahe das Herz stehen ‘Rüde???’, schoss es ihr durch den Kopf. Oh fu…k! Sie versuchte, so ruhig wie möglich zu klingen. „Ich mag den Namen halt und das wichtigste ist doch, dass er darauf hört, nicht wahr?“ ‘Luna’ sah den Fremden an, der jetzt offenbar erwartete, dass Hannah ihre Aussage unter Beweis stellte.

Hannah griff der Frau, die am Tisch neben ihrem saß, ohne Vorwarnung den Keks den diese ebenfalls an ihrer Tasse hatte vom Unterteller weg und reagierte nicht auf die verständliche Entrüstung der Frau, sondern tat, als sei das das Normalste der Welt. „Luna, komm her.“ sagte Hannah bestimmt und hielt hinter dem Rücken des Mannes den Keks in Sichtweite des Hundes. Luna erhob sich sofort und kam freudig auf Hannah zu. Noch bevor der Fremde sich in seiner Hocke umdrehen konnte, hatte Hannah das Plätzchen in ihrem Mund verschwinden lassen. Mission erfüllt!

„Wenn Sie jetzt los wollen, ist das ok, wenn ich dann ein Stück mit Ihnen mitgehe?“, fragte Mr. Traummann. ‘PERFEKT’ hallte es in Hannahs Kopf. „Natürlich“ sagte sie und lächelte ihn an. „Prima. Wo ist Lunas Leine?“ „Lunas Leine ….?“ Hannah schluckte … Als Hannah mitten in der Stadt ein herrenloser Schäferhund zuläuft, ändert sich das Leben der etwas tollpatschigen Grafikerin von Grund auf.

Fortsetzung in Teil 2

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