Der Hund wird operiert

By on 17. Februar 2016


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Wenn der geliebte Hund operiert werden muss, dann ist das für seinen Besitzer immer ein aufregender und auch beängstigender Zustand. Man wird nervös und hat Angst um seinen Vierbeiner. Wenn es sich nicht gerade um einen akuten Notfall handelt, der sofort operiert werden muss, dann kann man schon im Vorfeld einige Vorkehrungen für einen reibungslosen Operationsablauf treffen. Jede Operation, egal ob es ein Routineeingriff ist, oder nicht, birgt immer auch ein gewisses Narkoserisiko. Nicht jeder Hund verträgt jede Narkose gleich gut und es kann zu jeder Zeit zu unerwarteten Komplikationen kommen.
Wichtig ist es, seinen Hund nüchtern zum Operationstermin zu bringen. Genau wie bei uns Menschen, sollte die letzte Mahlzeit rund 12 Stunden vor dem Op-Termin liegen, da ein voller Magen eine starke Belastung für den Kreislauf darstellt. Narkosemittel können Übelkeit und Erbrechen auslösen. Durch das Erbrechen können Erstickungsgefahr und lebensbedrohliche Lungenprobleme drohen, was es zu vermeiden gilt. Es fällt zwar für gewöhnlich schwer, seinen Hund nüchtern zu lassen, aber man sollte sich bewusst machen, dass es das Risiko von Komplikationen während einer Operation deutlich reduziert.
Wasseraufnahme ist in der Regel noch bis einige Stunden vor der Operation erlaubt und wichtig, damit der Kreislauf stabil bleibt und der Körper nicht austrocknet.

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Auch empfiehlt es sich immer, vor einer Operation ein großes Blutbild anfertigen zu lassen, um zu sehen, ob der Körper narkosefähig ist, oder ob organische Leiden oder Hinweise auf eventuelle Komplikationen vorliegen. Gerade bei älteren Hunden, wie auch bei Herzpatienten, sollte man zusätzlich zum Blutbild noch einen Herzultraschall machen lassen um die Narkosefähigkeit genau bewerten und einschätzen zu können.
Wenn andere bekannte Erkrankungen vorliegen, sollte man diese seinem Tierarzt vor der Operation schon mitteilen, damit er entsprechend handeln kann. Wichtig ist es auch ihn zum Beispiel über bekannte Medikamentenunverträglichkeiten und eventuell vorangegangene Probleme zu informieren.
Wer zum Beispiel seine Hündin kastrieren lässt, sollte unbedingt darauf hinweisen, wann sie das letzte Mal läufig gewesen ist und zu welchem Zeitpunkt die nächste Läufigkeit zu erwarten ist, denn eine Hündin sollte nach Möglichkeit immer in der Phase außerhalb des Zyklus kastriert werden, um Komplikationen durch zu starke Blutungen zu vermeiden.
Ebenfalls wichtig für den Operationstag selbst ist, dass er Hund nach Möglichkeit vor der Operation Kot und Urin abgesetzt hat. Eine volle Blase und ein voller Darm können bei Bauchoperationen zum Einen den Tierarzt behindern, zum Anderen ist es für die Hunde auch deutlich angenehmer, wenn sie in der Aufwachphase keinen starken Kot- und Urindrang verspüren und in Ruhe aufwachen können.
Auch sollte man sich seinen Hund genau angucken und Gedanken darüber machen, ob eventuell weitere Eingriffe zeitgleich gemacht werden sollten, wenn der Hund schon in Narkose liegt. So kann man den Eingriff zum Beispiel mit einer Zahnsanierung, bei starkem Zahnstein, verbinden. Oder den Hund auf HD oder andere Geschichten in Narkose röntgen lassen. Auch kleinere Knötchen und Warzen, für die man einen Hund sonst nicht in Narkose legen würde, können so schnell mit entfernt werden.
Ist der Tag der Operation gekommen, sollte man versuchen so ruhig wie möglich zu bleiben. Selbstverständlich ist man angespannt und aufgeregt und hofft nur das Beste für seinen Freund. Dennoch hilft es dem Hund sehr, wenn man Ruhe bewahrt und die eigene Unruhe nicht auf den Hund überträgt.
Auch nach der Operation gibt es noch einige Dinge, die zu beachten sind. Für jeden Eingriff gibt es verschiedene Punkte, die einem der Tierarzt sagt, an die man sich strikt halten sollte. Denn die optimale Nachsorge ist mit einer der wichtigsten Punkte, für ein erfolgreiches Gesamtergebnis.
Die richtige Wundversorgung ist einer dieser Punkte. Regelmäßige Wundkontrollen sollten definitiv stattfinden. Es reicht häufig nicht, wenn man selbst die Operationswunden alleine anguckt und für gut bewertet. Die Nähte sollten vor einem Belecken oder Aufkratzen durch den Hund unbedingt geschützt werden, um Komplikationen, starke Infektionen oder einer erneuten Narkose zu vermeiden. Um die Nähte zu schützen, bekommen die Hunde in der Regel einen Halskragen auf. Es dauert häufig einige Zeit, bis sie sich an den Halskragen gewöhnt haben, aber er ist meistens unabdingbar. Beim Tierarzt bekommt man üblicherweise Plastiktrichter. Es gibt mittlerweile aber auch einige andere Halskragen, die man im Handel oder Internet erwerben kann und die ebenfalls eine gute Alternative zu den Plastiktrichtern darstellen. Lediglich für Augenoperationen empfehlen sich die weicheren Halskragen nicht, da diese die Augen nicht ausreichend vor Stößen und Verletzungen schützen. Spezielle Bodies, oder zu recht geschnittene T-Shirts, eignen sich gut um Operationsnähte im Bauchbereich zusätzlich zu schützen.
Hat man seinen Hund nach dem Eingriff wieder, sollte man ihm die ersten Tage viel Ruhe gönnen, damit er sich gut von den Strapazen erholen kann. Viele Hunde sind häufig noch etwas benommen von der Narkose und jammern und heulen. Dieses ist in der Regel nicht auf Schmerzen zurück zu führen, da die Hunde grundsätzlich ausreichend mit Schmerzmitteln versorgt werden, sondern auf die Narkose an sich, die noch nachwirkt. Fressen sollten die Hunde den Abend nach der Operation nach Möglichkeit auch noch nicht. Häufig sind sie noch zu benommen und könnten sich verschlucken. Neben der Ruhe, die man seinem Hund gönnen sollte, ist es ratsam ihn stets warm zu halten. Eine Narkosenebenwirkung ist oft ein Abfallen der Körpertemperatur in den ersten Stunden. Mit Decken und Wärmelampen, kann man einem Auskühlen vorbeugen.
Wenn man sich an diese ganzen Punkte gut hält, dann setzt man optimale Bedingungen für ein gutes Gelingen der Operation.

Tierärztin Dr. vet. Andrea Held berät zu gesundheitlichen Themen rund um unsere Fellnasen.
Weitere Informationen zu ihr und den Kursen ihrer Hundeschule (in Oberhausen und Umgebung) findet man auf ihrer Homepage unter: www.dogitive.com – Bilder: vitor costa, Monkey Business Images,
Kachalkina Veronika, Dmitry Kalinovsky – shutterstock.com

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