Der arktische Wolf

By on 24. Mai 2015
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Canis Lupus Arctos – der „Polarwolf“ oder auch „Weißwolf“ zählt zur Hundefamilie, ist aber bis heute kaum erforscht.

Polarwölfe, die in freier Natur leben, legen pro Tag etwa 30 Kilometer zurück, um nach Nahrung zu suchen. Dabei sind sie nicht wählerisch, alles was sie erbeuten können, wird auch gefressen. Wühlmäuse, Schneehasen, Lemminge, aber auch Rentiere und Moschusochsen, die sie dann im Rudel erlegen.
Polarwölfe unterscheiden sich nicht nur durch ihr traumhaftes, dichtes, langhaariges Fell von den Wölfen anderer Gegenden. Auch ihr Verhalten im Rudel ist anders, als bei ihren Verwandten aus den warmen Gefilden des Planeten.
Polarwölfe leben auf den kanadischen Arktisinseln von Melville Island bis Ellesmere Island, an der Nordküste und der Ostküste Grönlands. Sie leben in einer so extremen Umgebung, dass selbst die Inuit nicht so weit nördlich anzutreffen sind.
Im Lebensraum der Polarwölfe kann die Temperatur bis auf -50 ºC fallen. Um der Kälte möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, sind die Ohren der arktischen Wölfe kleiner und runder und ihre Schnauzen sind kürzer. Sie sind insgesamt kompakter, weil auch ihre Beine kürzer sind als bei anderen Wolfarten.
Sie wiegen zwischen 50 und 80 kg und werden 65-80 cm hoch (Stockmaß).
Ihr beeindruckendes Fell ist in den Gegenden, in denen dauerhaft Schnee liegt, fast weiß mit einzelnen grauen und schwarzen Haaren. Wenn man sie weiter südlich antrifft, kann das Haar gräulich oder gelblich sein und manchmal sogar ins bläuliche schimmern mit schwarzer Zeichnung. Der Bauch ist allerdings immer weiß.


Ein einzelner arktischer Wolf könnte nicht lange überleben. Er ist auf das Rudel absolut angewiesen. So sind sie in Rudeln von üblicherweise sieben bis zehn Tieren unterwegs, es können aber bis zu 30 Polarwölfe werden, die miteinander leben.
Ob und wie viele Welpen überleben und wie hoch die generelle Bestanddichte der Polarwölfe ist, hängt in erster Linie vom Nahrungsangebot ab. In einem Jagdgebiet von nicht selten 1.600 km2 findet täglich ein Kampf ums Überleben statt.
Durch die Härte ihres täglichen Lebens und durch die absolute Notwendigkeit, einem Rudel anzugehören und mit diesem friedlich zu leben und bei der Jagd erfolgreich zusammen zu arbeiten, ist die Solidarität in einem Rudel Polarwölfe noch stärker ausgeprägt, als man es von anderen Wolf- oder auch Hundearten kennt. Hier gilt wirklich einer für alle und alle für einen.
Aus diesem Grund gestaltet sich auch die Organisation der Hirarchie hier relativ einfach.
Die Kämpfe, die um die Alpha-Positionen ausgefochten werden sind kurz und prägnant, so dass keine unnötige Kraft darauf verschwendet wird, den Boss festzulegen – wenn man mit dieser Kraft auch gemeinsam ein großes Beutetier erlegen könnte.
Polarwölfe findet man in unseren Gegenden in verschiedenen Tiergärten und sie sorgen durch ihre wilde Schönheit bei den Besuchern oft für großes Entzücken. Sie vermehren sich auch in Gefangenschaft und müssen in den Tiergärten natürlich keine Sorge um die Gesundheit oder die Nahrungsvorräte für ihre fünf bis sechs Welpen haben.
In seiner Heimat ist der Polarwolf vor Menschen relativ sicher, da wegen des harten Klimas kaum jemand bis dorthin vor dringt. Die einzigen, die ihnen hin und wieder gefährlich werden, sind Arbeiter von Arktisbasen, die sie erschießen, oder einige wenige Inuit, die die Wölfe in glücklicherweise unbedenklicher Zahl jagen.

Bild: shutterstock.com – Eduard-Kyslynskyy