Indianer-Hunde in Nordamerika

By on 3. Juni 2015
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Die meisten von uns kennen Indianer in der Regel aus Western-Filmen. Dort reiten sie stets in bunter Kriegsbemalung auf stolzen großen Pferden. In Wirklichkeit hatten die Indianerstämme früher eigentlich gar keine Pferde. Diese wurden nämlich erst zusammen mit den Schiffen der spanischen Eroberer auf den amerikanischen Kontinent gebracht. Bis dahin hatten die Indianer lediglich Hunde als Arbeitstiere. Sie zogen ihre Lasten, wenn sie mit ihrem Camp von Ort zu Ort wanderten und bewachten in der Nacht das Lager. Die Indianer boten ihnen für Transport und Schutz immer ausreichend Nahrung und frisches Wasser. So lebten die Indianervölker und Hunde seit aberhunderten von Jahren in einer perfekten Gemeinschaft. Familien hatten damals bis zu 20 Hunde und lebte mit ihnen, als wären es ihre eigenen Kinder. Hunde waren ein sehr wichtiger Bestandteil des Indianerlebens. Oft wurden ihnen auch mystische Kräfte zugesagt. Für die Jagd wurden Hunde trainiert um z.B. Büffelherden anzugreifen und zu lenken, so dass ihre Menschen die Tiere einfacher und gefahrloser erlegen konnten. Ihr Spürsinn war für die Indianer von nahezu unschätzbarem Wert. Daher bezeichneten die amerikanischen Eingeborenen sie auch gerne als ihren sechsten und wichtigsten Sinn. Bis zum Eintreffen der Eroberer aus der alten Welt kannten die Indianer keine Pferde. Bei ihren ersten Begegnungen mit den Rössern dachten sie sogar zuerst es wären einfach viel zu groß geratene Hunde. Daher ist das indianische Wort für Pferd auch »großer Hund«. Nachdem die Indianer zu Beginn des 17. Jahrhunderts anfingen die wild lebenden Nachkommen der Europäer zu zähmen und für die Jagd zu trainieren, schwand die Bedeutung der Hunderudel bei den Indianervölkern rapide. Die kleinen Vierbeiner wurden seitdem nicht mehr in so großen Mengen und lediglich für die Bewachung des Camps verwendet.

Wissenschaftler vermuten, dass diese Indianer-Hunde und Dingos gemeinsame Erblinien haben. Dingos kennen wir heute hauptächlich aus Australien und aus einigen asiatischen Staaten. Ausgrabungen und Knochenfunde in Nordamerika gaben aber Hinweise darauf, dass Hunde bereits um 8.000 v.Chr. in Indianer-Dörfern eng mit den Menschen zusammen lebten. Die gefundenen Schädelknochen zeigen eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit denen der heutigen Dingos. Einige Forscher bezweifeln diese Herkunftstheorie, aufgrund der Tatsache, dass australische Dingos nur bis ca. 3.000 v.Chr. zurückdatiert werden konnten und ihrer Meinung nach die nordamerikanischen Hunde daher nicht von den australischen Dingos abstammen können. Befürworter widerum sehen dies als einen Hinweis, dass die Dingos eventuell sogar selbst die Nachfahren der Indianer-Hunde sein könnten. Als nahezu erwiesen gilt zumindest, dass die Hunde des hohen und kalten Nordens, die Malamunts und Huskies, höchstwahrscheinlich von Hunden der Indianer abstammen. So vermischen sich die einzelnen Rassen und Ursprünge und egal wohin man auch blickt, Hunde waren schon seit tausenden von Jahren ein unglaublich wichtiges Mitglied der menschlichen Gesellschaften, überall auf unserem Planeten.

Bild: shutterstock.com – ventdusud, John Carnemolla, ID1974