Mein Hund, der Flirthelfer

By on 10. Mai 2015
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Bei kaum einer anderen Gelegenheit finden sich mehr neue Paare, als beim Gassigehen.

ie meisten Hundebesitzer werden uns sicherlich beipflichten, dass es beim Gassigehen viel leichter ist in ein Gespräch zu kommen, als zu anderen Gelegenheiten ohne Fellnase. Man begegnet sich, man grüßt sich kurz, kommt ins Gespräch, flirten, verabreden, heiraten, Kinder, Haus…etc. Ihr kennt das.

Beim Spaziergang mit Hund reagiert der Mensch als solcher völlig anders als in seinem normalen, reizüberfluteten und gestressten Alltag. Er nimmt sich Zeit, ist geduldig und wartet, auch wenn es noch so lange dauern mag, bis der geliebte Vierbeiner alle seine wichtigen Geschäfte erledigt hat. In dieser Zeit nimmt dann so mancher Hundebesitzer seine Umwelt ganz anders, gelassener und grundsätzlich angenehmer wahr. Und genau das sind dann die Momente, wo so oft aus einer unplanmäßigen Begegnung ein toller Flirt wird.

Aber gibt es wirklich nachweisliche Daten, dass Hundebesitzer oder Tierfreunde erfolgreicher flirten als andere? Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Ohne Fellnase scheitern fast 80 Prozent aller Flirtversuche und ca. 20 Prozent sind erfolgreich. Mit Hund ist es genau umgekehrt. Da erleben nur ca. 20 Prozent aller Flirtwilligen eine Absage und 80 Prozent freuen sich über knisternde Kommunikation. Dabei ist es laut Statistik egal, ob nun beide, oder nur einer einen Hund besitzt, auch ob der Hundebesitzer angesprochen wird, oder selbst sein Gegenüber zur Rede stellt. Fakt bleibt: Wo gleiche Interessen vorliegen, kann geflirtet werden, was das Zeug hält.

Es sind auch noch viele andere Faktoren, die für Hundebesitzer das Flirten leichter machen. Kontinuität ist zum Beispiel einer dieser Faktoren. Da ist vielleicht der süsse Kerl mit dem edlen Dalmatiner-Rüden, den man zwar einmal ins Auge gefasst hat, aber dann doch nicht getraut hat anzusprechen. Im Normalfall bekommen die Probanden nur ganz selten eine zweite Chance. Bei Hundebesitzern herrscht aber eine gewisse Routine, denn der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Hundespaziergänge werden da schnell zu den stets selben Uhrzeiten und den selben Gehwegen absolviert. Da ist es dann natürlich viel leichter, in einem zweiten Anlauf Dalmatiners Herrchen dann doch noch anzusprechen.

Wenn sich zwei Hunde mit ihren Besitzern begegnen, vollziehen die Tiere fast immer die selben Rituale. Nachdem beide die Körpersprache des anderen gelesen haben, beginnen sie die Gerüche des jeweils anderen durch ausgiebiges Beschnuppern zu untersuchen. Die Menschen stehen dann oft neben diesen für Hunde typischen Begrüßungs-Szenarien und fragen sich, warum das bei ihnen nicht auch so einfach sein kann, wie bei den geliebten Vierbeinern. Doch Hand auf’s Herz – sollte er zur Begrüßung beginnen an ihren primären und sekundären Geschlechtsorganen zu schnüffeln, würde das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen gepfefferten Anruf von ihr bei der nächsten Polizeidienststelle nach sich ziehen. Der Mensch muss also um ein Vielfaches gefühlvoller und filigraner an die Sache ran gehen. Aber unsere Hunde helfen beim Flirt ja schon allein durch ihre Anwesenheit. Denn, wie bereits zuvor erwähnt, ist Hund immer ein tolles Gesprächsthema für Mensch.

Abschließend können wir festhalten – Der Hund ist nicht der Verantwortliche für erfolgreiches Flirten, sondern in erster Linie Werkzeug, Unterstützer, vielleich auch Komplize – aber eben nicht mehr. Kennenlernen müssen sich Frauchen und Herrchen schon von ganz alleine. Der Hund hilft aber beiden anfängliche Hemmungen ein wenig zu vergessen.

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