Der Mops – Man trägt wieder Nase

By on 9. März 2015
Der Mops

Weg von der Qualzucht – zurück zu dem quietschvergnügten,
bewegungsfreudigen und gesunden Vierbeiner von früher!

Möchte von euch jemand hervorquellende Augen haben oder eine Nase, die nach innen ginge, wenn sie auch nur ein Stück kürzer wäre? Ihr würdet dann beim Sprechen so klingen, wie Darth Vader mit Schnupfen – mal abgesehen davon, dass ihr kaum Luft bekommt – Das wollt ihr nicht? – Verständlich.
Möpse wollen das übrigens auch nicht. Glücklicherweise haben inzwischen viele Züchter eingesehen, dass es mit dem Mops so, wie es lief, nicht mehr weiter gehen
konnte und haben gezielt angefangen, das extreme Aussehen der Möpse zurück zu züchten.
Die eine Möglichkeit dabei ist, andere, ähnliche Rassen einzukreuzen, wie z.B. Terrier oder Pinscher. Das Ergebnis dieser Kreuzungen nennt sich „Retromops“ und erfreut sich eines längeren Rückens, kleinerer, nicht hervorstehender Augen, eines längeren Halses, eines insgesamt  gesünderen Körperbaus, festeren Bindegewebes und – vor allem – einer offeneren Nase über einem etwas oder sogar deutlich längeren Kiefer. Über die Einkreuzung ist die Zucht des Retromopses sehr schnell voran geschritten.
Es gibt einen zweiten, deutlich längeren, Weg zur Rückzucht, die sich „Altdeutscher Mops“ nennt. Das angestrebte Ergebnis ist beinahe identisch. Man möchte zum rundherum gesunden Mops zurück, wie er vor etwa hundert Jahren ausgesehen hat. Dieser Weg beinhaltet aber keine Einkreuzung anderer Rassen, sondern arbeitet ausschließlich über Zucht mit reinrassigen Möpsen, bei denen  nur die zur Zucht eingesetzt werden, die die längsten Kiefer, die freiesten Nasen und all die anderen wünschenswerten, gesünderen Attribute haben. Fast alle Mopsfreunde begrüßen diese Wege, die sich in aller Deutlichkeit von der Qualzucht wegbewegen, die leider vielen Züchtern des Mopses vorgeworfen wurde.

 

Man darf allerdings, auch ohne Retrohund Altdeutschem Mops, nicht alle Züchter dieser Hunde in einen Topf werfen und verdammen, denn wie so oft sind es
auch hier in der Regel einige wenige Unbelehrbare, die mit ihrer Unvernunft den Ruf aller (und die Gesundheit einer Rasse) ruinieren.
Warum wird eigentlich um den Mops so ein Tamtam veranstaltet? Ganz einfach: Weil es kaum eine liebenswertere Hunderasse als ihn gibt!
Möpse sind verspielt, immer gut gelaunt, toben furchtbar gerne herum, lieben Kinder und generell all ihre Menschen, sind mutig und schlau … nicht umsonst hat Loriot gesagt: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Man sagt, dass man einem Mops nicht begegnen kann, ohne von ihrer Art sofort bezaubert
zu sein und an diesem Gerücht ist ganz offensichtlich etwas dran, denn immer mal wieder hört man von jemandem den Satz: „Ich fand die Rasse nicht so toll, aber neulich war da dieser Mops, der …“ und dann folgt eine schwärmerische Beschreibung eines Tieres, dass von der Natur dafür erschaffen zu sein scheint, Menschen glücklich zu machen.
Ein Musterbeispiel für die Eroberung der Herzen fand 1688 statt, als Wilhelm III. und Maria II. von Oranien nach England kamen und ihre geradezu angebeteten
Möpse mitbrachten. Die gesamte englische Aristokratie verfiel daraufhin in einen regelrechten Mopsrausch.
Aber auch viele andere Geschichten ranken sich um die kleinen Frohnaturen, die oft von mutigen Rettungen oder anderen Abenteuern erzählen. Keine andere Hundrasse taucht so oft namentlich in Gedichten und Liedern auf, wie der Mops und einigen diente er sogar als Symbolfigur, wie z.B. dem Mopsorden, der keineswegs ein Hundeverein, sondern eine Gesellschaft im Stile der Freimaurer war. Mopsfreunde können sich darauf freuen, dass kommende Generationen dieser wunderbaren Rasse wieder gesund und munter durch Gärten und über Wiesen rennen werden.

Beitragsbild: shutterstock.com – Juice Team