Erste Hilfe bei Hunden

By on 12. November 2013

Kein Hundehalter sollte gleich in Ohnmacht fallen, nur weil er nicht weiß, was er tun soll, wenn sein Hund einmal eine Verletzung hat. Darum beginnen wir heute mit dem ersten Beitrag unserer künftig ständigen Rubrik „Erste Hilfe für Hunde“.

Leider können Hunde immer noch nicht wie wir Menschen sagen: „Hallo, ich habe Kopfschmerzen. Kann ich ein Aspirin haben?“ oder: „Du Vollspaten hast mich zu lange in der prallen Sonne im Auto liegen lassen. Jetzt hab ich einen Hitzschlag – tu was gegen meine Krämpfe. Kühl mich ab!“
Darum können wir bei vielen Wehwehchen unserer vierbeinigen Freunde oftmals nicht viel tun – weil wir bestimmte Dinge einfach nicht erkennen.
Auf jeden Fall aber können wir vor allem bei Beeinträchtigungen oder Verletzungen je nach Schwere entweder bei leichten Beschwerden selbst behandeln oder bei schlimmeren Verletzungen zumindest Erste Hilfe leisten.
Um dafür vorbereitet zu sein, benötigt man entsprechende Utensilien, und das möglichst in Form eines Erste Hilfe Kastens mit notwendigen Instrumenten und sinnvollen Materialien.
Natürlich könnte man einem Hund, der eine stark blutende Pfote hat, das Bein auch einfach mit einem Kabelbinder oberhalb der Wunde abbinden, in der Hoffnung, so die Blutung stoppen zu können, oder aus seiner Whiky-Flasche einen Schluck über die Wunde gießen, in der Hoffnung, die wäre dann desinfiziert – aber das wäre in beiden Fälle eher kontraproduktiv (zu Deutsch: Mist), denn so etwas verursacht eher Schmerzen als dass es wirklich helfen könnte.
Fangen wir als erstes einmal mit dem Wichtigsten an, mit dem nötigen Inhalt des Erste-Hilfe-Kastens.
Viele hundgerechte Dinge kann man in der Apotheke, bei seinem Tierarzt oder in einem gut sortierten Zoogeschäft bekommen, z.B.:
1. Eine Metallschere. Sie soll leicht gebogen sein und abgerundete Spitzen der Schneideschenkel haben, damit man seinen Bello nicht aus Versehen sticht. Sie ist notwendig für das Schneiden oder Kürzen von Haaren bei der Wundversorgung.
2. Eine Verbandschere zum Schneiden von Heftpflaster oder Gaze.
3. Eine Zeckenzange, mit der man seinen Liebling von diesen lästigen (und gefährlichen) Biestern befreien kann. In dieser Ausgabe haben wir einen Bericht über Zecken veröffentlicht.
4. Eine Pinzette. Sie sollte schmale, abgerundete Spitzen haben. Mit ihr kann man Dreck, Dornen oder andere Fremdkörper aus eine Wunde holen oder evtl. eine Granne aus dem Ohr ziehen usw.
5. Ein digitales Fieberthermometer – das auf jeden Fall allein für den Hund da sein sollte.
Anmerkung: Es ist wichtig, dass alle Instrumente nach jeder Behandlung wieder gesäubert und desinfiziert werden sollen und das die Utensilien für den Hund auch nur für den Hund benutzt werden. Sonst kann es passieren, dass Frauchen ihrem Bello im After Fieber misst und das ahnungslose Herrchen misst mit dem gleichen, ungereinigten Thermometer eine Stunde später sein Fieber bei sich unter der Zunge. Mannomann, das kann ja Eiter werden.
6. Eine kleine Taschenlampe, mit der man sich ab und zu das Maul, die Ohren oder die Nase anschauen kann. Nein, nicht die eigene – die des Hundes.
7. Ein paar Einwegspritzen mit einem Fassungsvermögen von etwa 5 bis 10 ml zum Einflößen von Medikamenten, von Flüssigkeiten oder zum vorsichtigen Reinigen einer Wunde.
8. Zwei Paar Schutzhandschuhe, mit denen man sich selbst und den Hund bei Berührungen schützt (Sinnvoll auch beim Fieber messen).
9. Ein mittelgroßes Cool-Pack (Kühl-Pack). Es ist ideal anwendbar nicht nur bei Verstauchungen oder Prellunen, sondern auch bei Überhitzungen bis hin zum Hitzschlag bzw. Sonnenstich.
10. Heftpflaster, in einer Breite von 2,5 bis 6,0 cm, jeweils als Rolle.
11. Mehrere Mullbinden in den Breiten 5 cm, 10 cm und 15 cm.
12. Gazetupfer in kleinen Verpackungseinheiten steril verpackt.
13. Verbandswatte, zum Beispiel zum Unterfüttern von Verbänden.
14. Ein Dreieckstuch, eventuell zum Fixieren von Gliedmaßen.
15. Selbsthaftende Fixierbinden, dauerelastisch, in den Größen 6 cm, 8 cm und 10 cm.
16. Ein nicht zu dünnes und nicht elastisches Band, mit dem man zum eigenen Schutz einem verletzten Hund das Maul zubinden kann.
17. Desinfektionsmittel zur Behandlung von oberflächlichen Wunden oder Hautabschürfungen.
18. Wundpuder zur lokalen Wundvesorgung.
19. Pulver oder Tabletten bei Durchfall und/oder Erbrechen.
Wer einen eintsprechenden Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht hat, kann auch weitere Utensilien beipacken, wie zum Beispiel:
20. Ein Gummischlauch, mit dem das korrekte Abbinden möglich ist.
Man kann sich seinen Erste-Hilfe-Kasten aus einzelnen Teilen zusammenkaufen und diese in einer kleinen Tasche, einem Beutel oder einem anderen Behälter unterbringen.Ratsamer ist jedoch, sich einen fertigen Erste-Hilfe-Kasten zu kaufen, der in der Regel sogar oft billiger ist als die zusammengekauften Inhalte.
In der nächsten Ausgabe erklären wir die richtige Blutstillung, sowie Wundreinigung und Desinfektion. Bleibt nur noch der Hinweis, dass man benutzte Einweggegenstände immer sofort nach Benutzung erneuern und alle Utensilien nach Gebrauch gründlich reinigen sollte – vor allem das Fieberthermometer.

Foto: shutterstock.com – Shmel