Agility-Spaß

By on 1. Oktober 2013

Agility ist eine Freizeit-Sportart für Hund und Mensch in Form eines Zweier-Teams. Sie wurde vor etwa 35 Jahren in England ins Leben gerufen. 1978 richtete der Engländer John Varley anlässlich eines Empfangs einen Wettbewerb für Hunde aus. Er ließ sich dabei von den Hürden-Parcours des Springreitens inspirieren und baute eine abgewandelte Hindernis-Strecke auf, die die teilnehmenden Hunde bewältigen mussten. Diese Idee fand sofort derart regen Anklang, dass sie sich sehr schnell in ganz Europa verbreitete.

Heute gibt es kaum einen Hundebesitzer, der den Ausdruck Agility nicht wenigstens schon einmal gehört hat. Viele wissen zwar noch nicht, was er bedeutet, aber ebenso viele praktizieren die Sportart für Hund und Frauchen/Herrchen bereits auf die eine oder andere Art und Weise. Inzwischen gibt es feste Regeln und so gut wie jeder Hunde-Verein bietet Agility.
Was ist Agility?
Es handelt sich, wie bereits erwähnt, um einen Freizeitsport, bei dem Hund und Hundehalter gemeinsam als Team gefordert werden, sportlich aktiv zu sein. Für die Durchführung wird ein Parcours aufgebaut, der aus unterschiedlichsten Hindernissen besteht. Für den Hund gilt es, diesen Parcours in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen. Sein Hundehalter hat die Aufgabe, seinen Hund bei dessen Lauf in der richtigen Reihenfolge über die Hindernisse zu leiten. Das kann er, indem er parallel zum Hund an den Hindernissen vorbei läuft und dem Hund dabei jeweils mit der Stimme oder mit Handzeichen eine entsprechende, eingeübte Anweisung gibt. Der Hundehalter darf dabei die Hindernisse beim Mitlaufen nicht zusammen mit seinem Hund überspringen. Er hat aber auch die Möglichkeit, seine Kommandos von einem bestimmten Standpunkt aus zu geben. In allen Fällen läuft der Hund ganz frei, ohne Leine und ohne Halsband.

Wie kann man Agility betreiben?
Als Team Hund/Mensch. Um ein Team werden zu können, muss zuerst dass Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier aufgebaut werden, wobei der Hund dahingehend erzogen werden muss, seinen Menschen als Hundeführer voll und ganz zu akzeptieren. Nur dann wird er die Kommandos des Hundeführers so gut wie möglich ausführen und bereit sein, immer besser, bzw. fehlerfrei zu werden. Befolgt ein Hund die Anweisungen nicht, kommt es unweigerlich zu Fehlern, die zum Punktabzug führen. Das hört sich wahrscheinlich schlimmer an als es ist. Schließlich geht es nur darum, dass der Hund bereit ist, den Kommandos seines Frauchens/Herrchens Folge zu leisten – ähnlich wie es der Hund eines Schäfers auch tut. Das Erlernen, den Parcours zu meistern, erfolgt auf jeden Fall spielerisch und ist eine Bereicherung für Hund und Mensch.

Muss man, um Agility zu betreiben, im Verein sein?
Rein theoretisch kann man sich in seinem Garten, wenn man einen hat, einen Agility-Parcours aufbauen. So lange es sich dabei um Geräte, wie Hürde, Röhrentunnel, Slalom und Weitsprung handelt, bekommt man diese Geräte noch in meist unstabiler Plastik-Form im Handel. Wenn es aber schon zur Wippe oder zum Laufsteg (Brücke) geht, dürfte man diese nicht so schnell erstellen können. Darum dürfte ein rein privates Engagement nur für ab und zu gelegentlichen Bedarf ausreichen. Wer Agility jedoch regelmäßig und dann auch mit den richtigen Gerätschaften praktizieren möchte, der dürfte um einen Verein nicht herum kommen. Dieser hat in der Regel das große, umzäunte Vereinsgelände und die stabilen und somit richtig teuren Geräte. Hinzu kommt, dass Vereine, die Agility anbieten, auch die fachlich versierten Trainer haben, die für einen Anfänger ganz wichtig sind. Es gibt auch Hundeschulen, die ein entsprechendes Gelände und Trainer für den Agility-Sport zur Verfügung haben.

Welche Hunde dürfen teilnehmen?
Weder Größe noch Rasse des Hundes spielt eine Rolle. Jeder Hund kann Agility betreiben. Eine Einschränkung liegt laut FCI nur im Alter, denn das Mindestalter soll 18 Monate betragen.

Gibt es unterschiedliche Parcours?
Es gibt 12 verschiedene Hindernis-Typen: Hürde, Reifen, Mauer oder Viadukt, Schrägwand, Laufsteg, Tisch, Haltezone, Schlauchtunnel, Röhrentunnel, Slalom, Weitsprung und Wippe. Mit diesen Geräten sind zwei Parcours-Typen üblich.
Parcours 1: Hier sind nur Hindernisse ohne Berührungszonen erlaubt. Das sind Hindernisse, die insbesondere übersprungen, durchsprungen, umlaufen oder durchlaufen werden, wie Hürde, Reifen, Mauer, Slalom oder Tunnel.
Parcours 2: Bei diesen Parcours sind alle 12 Hindernisse enthalten, also auch Wippe, Laufsteg, Tisch usw. die der Hund berührt. Bei diesen Geräten gibt es so genannte Kontaktzonen, die der Hund berühren „muss“, wie beispielsweise den Tisch oder den Anfang und das Ende der Wippe. Berührt der Hund diese Kontaktzonen nicht, gibt es einen Punktabzug. Parcours-Länge: Die oben genannten Hindernisse können auf einem umzäunten Gelände in unterschiedlich langen Laufstrecken von 100 bis 200m untergebracht sein. Egal, wie lang die Strecke ist, werden 15 bis 20 Hindernisse aufgebaut, unter denen mindestens 7 Sprünge enthalten sein müssen. Da es nur 12 Hindernis-Typen gibt, sind folglich einige Hindernis-Typen doppelt. Bezogen auf die unterschiedlichen Längen gibt es beispielsweise die offene Klasse für alle Hunde. Dann gibt es die 1. Masterklasse mit 170 m für eine Durchlaufzeit von etwa 68 Sekunden und die 2. Masterklasse mit 200 m für eine Durchlaufzeit von etwa 70 Sekunden.

Sind alle Hindernisse für alle
Hunde größen gleich?
Nein, zumindest nicht die Hindernisse, bei denen es auf den Sprung ankommt. Schließlich kann ein kleiner Pinscher nicht so hoch oder so weit springen, wie ein ausgewachsener Schäferhund, wobei ein Bernhardiner nicht durch einen so kleinen Reifen springen kann, wie ein Pinscher. Darum werden beispielsweise die Stangen der Hürden je nach Größe auf unterschiedliche Höhen gelegt.
Für die verschiedenen Größen gibt es drei unterschiedlichen Kategorien:
Kategorie S (small – klein): Diese Kategorie ist für Hunde mit einer Widerristhöhe von weniger als 37 cm. Für sie ist die Sprunghöhe auf maximal 35 cm festgelegt.
Kategorie M (medium – mittel): Hier ist eine Widerristhöhe von 35 bis 43 cm entscheidend.
Kategorie L (large – groß): In dieser Kategorie starten Hunde mit einer Widerristhöhe ab 43 cm.

Gibt es Unterschiede bei
verschiedenen Wettbewerben?
Es gibt drei Schwierigkeitsstufen, die man nacheinander durchlaufen kann. Man muss grundsätzlich in der niedrigsten anfangen und diese dreimal hintereinander fehlerfrei absolvieren. Erst danach kann man in nächste Stufe gelangen.

Wie wird die Bewertung vorgenommen?
Wird bei den Hindernissen eine Stange abgeworfen oder eine Kontaktzone nicht berührt, gilt das als Fehler. Ebenso führt eine Verweigerung eines Hindernisses zum Punktabzug. Verweigert der Hund ein Hindernis dreimal hintereinander oder läuft er die Hindernisse in einer falschen Reihenfolge an, wird er disqualifiziert. Sieger bei einem Agility-Turnier ist unter den fehlerlos gelaufenen Hunden der mit der besten Zeit.

In der nächsten Ausgabe stellen wir die Geräte und einen Parcours vor.

Bild: shutterstock. com – Rolf-Klebsattel