Alptraum: Unfall!

By on 10. September 2013

In Deutschland werden jährlich tausende von Hunden in Autounfälle verwickelt. Glücklicherweise wird ein Großteil davon nicht tot- sondern nur angefahren.
Wenn es nicht auf der Stelle zum Schlimmsten gekommen ist, sondern die Fellnase noch lebt, dann kann man viel tun. Genau wie bei Menschen kann man auch bei Tieren erste Hilfe leisten – und zwar nicht nur wenn etwas blutet, sondern auf der kompletten Bandbreite.
In fast allen Städten werden inzwischen Kurse und Seminare angeboten (oft sogar von den Volkshochschulen – manchmal aber auch von Tierarztpraxen oder Hundeschulen) in denen man Erste Hilfe bei Hunden (und Katzen) erlernen kann. Diese Kurse bringen einem zum Beispiel bei, was man macht, wenn der Hund bewusstlos ist, wie man eine Atemkontrolle durchführt, wie man ihn beatmet,wenn er es nicht mehr selber tut, was man tun kann, wenn er stark blutet, wie man Druckverbände anlegt oder eine Arterie abdrückt oder wie man einen Schock erkennt, der manchmal genauso tödlich sein kann, wie eine stark blutende Wunde.
Auch wenn der Hund ganz von alleine wieder aufspringt und nur leicht taumelnd oder sogar ganz normal weiter läuft, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass das Tier in Ordnung ist. Der Hund kann eine gefährliche Gehirnerschütterung oder innere Verletzungen haben. Man sollte ihn daher in jedem Fall nach dem Unfall zu einem Arzt bringen.
Dieser kann dann entscheiden, ob eventuell Röntgenaufnahmen gemacht werden sollten.
Einige Städte haben Tier-Krankenwagen, die man in so einem Fall rufen kann. In anderen Städten und vor allem in kleinen Ortschaften kommen auch viele Tierärzte in Notfällen – sogar während der Praxiszeiten – raus. Vorsorge lohnt sich daher. Bei aller Vorsicht, die man beim Gassi-Gehen walten lässt, ist es dumm, davon auszugehen, dass einem so ein Unfall nie passieren wird, daher sollte man sich grundsätzlich über die Möglichkeiten informieren, einen Arzt an den Unfallort kommen zu lassen und die Telefonnummern für diesen Fall immer bei sich zu haben – ganz egal ob auf einem Zettel aufgeschrieben oder ins (vor dem Spaziergang immer aufgeladene!) Handy programmiert.
Das allerwichtigste ist am Unfallort immer, zuerst starke Blutungen zu stoppen und dann sicher zu stellen, dass das Tier atmet.
Man sorgt damit dafür, dass der Fachmann der später helfen soll, dies auch noch tun kann.
Wenn euer Hund scheinbar unverletzt ist, und auch der Tierarzt das bestätigt, ist es trotzdem ratsam, die Fellnase in den nachfolgenden Tagen noch etwas unter Beobachtung zu haben. Einige Schäden können sich auch mit etwas Verzögerung zeigen. Plötzliche Druckempfindlichkeit, Humpeln oder Erbrechen sind Anzeichen dafür – dann muss man sich noch einmal auf den Weg zum Arzt machen.
Wenn alles getan ist, was getan werden konnte, kommt die unangenehme Frage danach, wer die entstandenen Kosten bezahlt.
Wir können es nicht in schöne Worte packen, also sagen wir es direkt: In der Regel trägt der Tierhalter alle entstandenen Kosten – und zwar sowohl für den Tierarzt, als auch für die Schäden, die am Auto entstanden sind. Aus diesem Grund ist eine Haftpflicht für einen Hund sehr wichtig – auch wenn diese nicht die Tierarztkosten übernehmen würde, trägt sie zumindest die Rechnungen für die Autoreparaturen.
Mitzahlen muss der Autofahrer nur dann, wenn ihr ihm nachweisen könnte, dass er deutlich zu schnell oder betrunken oder sonstwie rechtswidrig gefahren ist.
Solltet ihr erkennen, dass das der Fall ist, solltet ihr sofort eventuelle Zeugen ansprechen und sogar die Polizei rufen, damit diese den Vorgang festhalten kann.
Wie immer wünschen wir euch von Herzen, dass ihr keinen dieser Ratschläge jemals benötigen werdet.
Ab der nächsten Ausgabe von Hundereporter werden wir die Reihe „Erste Hilfe im Notfall“ beginnen, in der wir im Detail zeigen werden, wie ihr die einzelnen Hilfestellungen leisten könnt.

Foto: shutterstock.com – Dmitry Kalinovsky