Ernährungsfehler

By on 11. Juni 2013

Die gute Nachricht vorneweg: viele Ernährungsfehler bei Hunden macht man schon dann nicht, wenn man einfach nur den gesunden, erwachsenen Menschenverstand einschaltet und bei anderen werden Lebensmittel, die für Hunde ungesund sind, erst in größeren Mengen gefährlich.

Trotzdem muss man auf einiges achten, denn einige Lebensmittel haben, wenn es um Menschen geht, den Ruf besonders gut zu sein und da die meisten Komponenten dessen, was auf dem Speiseplan des Hundes steht, in ähnlicher Form auch von uns selbst gegessen werden, geht man im Rückschluss oft davon aus, dass der Hund automatisch auch alles essen kann, was wir Menschen zu uns nehmen und dass es auf das Tier die selbe Wirkung hat. Vor allem letzteres stimmt leider sehr oft nicht. Während zum Beispiel Knoblauch, Lauch und Zwiebeln für den Menschen sehr gesund sind, können sie beim Hund, wenn zuviel davon gefüttert wird (oder regelmäßig über einen längeren Zeitraum) zu einer sogenannten Hämolyse führen. Dabei werden rote Blutkörperchen zerstört, was zu einer lebensbedrohlichen Anämie (Blutarmut) führen kann.
Einige Avocado-Sorten enthalten Persin, das für Haustiere überaus giftig ist. Es führt zu schweren Schädigungen des Herzmuskels und eine Vergiftung endet üblicherweise tödlich, da es dagegen kein Gegengift gibt, das verabreicht werden könnte.
Immer wieder geben Kinder Hunden Schokolade, wenn die Eltern gerade nicht aufpassen. Abgesehen davon, dass sie nicht gut für die Zähne des Tieres ist, enthält Schokolade Theobromin. In den unterschiedlichen Sorten ist unterschiedlich viel von dem Stoff enthalten, aber es findet sich grundsätzlich in jeder Schokolade. Das Theobromin von 100 Gramm Kochschokolade kann einen Hund von 5 kg umbringen. In winzigsten Mengen ist es sogar auch in der extra für Hunde hergestellten „Hundeschokolade“ enthalten. Jeder sollte sich selbst die Frage stellen, ob ein Hund wirklich unbedingt Schokolade fressen „muss“, nur weil vielleicht Frauchen diese Leckerei so liebt.
Theobromin ist übrigens auch im Spiel, wenn der Hund Kaffee, Cola oder andere stark koffeinhaltige Flüssigkeiten zu sich nimmt.
In diesem Fall fängt der Körper des Hundes nach dem Verzehr selber an, den für ihn giftigen Stoff zu bilden. Die Vergiftungssymptome sind daher die selben wie bei Schokolade und der Hund sollte sofort zum Tierarzt, wenn man feststellt, dass er solche Flüssigkeiten zu sich genommen hat – jedenfalls dann, wenn es mehr als ein Schluck war.

Nüsse sind dann für Hunde ein Problem, wenn sie einen hohen Phosphorgehalt haben, weil das zu Blasensteinen führen oder Störungen des Knochenstoffwechsels bewirken kann. Macadamia-Nüsse und Walnüsse haben einen so hohen Phosphor- und Fettgehalt, dass ihr Verzehr in größeren Mengen sogar wirklich giftig ist. Wenn ein Hund versehentlich eine Leidenschaft für diese Nüsse entwickelt und davon viel zu sich nimmt, kann das zu Lähmungserscheinungen führen und im schlimmsten Fall stirbt der Hund davon.
Für viele Hundebesitzer unerwartet gefährlich sind Weintrauben und Rosinen für die Fellnase. Schon in geringen Mengen können die für uns so gesunden Leckereien zu Magenkrämpfen, Durchfall und auch zu Erbrechen führen. Bei größeren Mengen (und damit sind bereits etwa 12 Gramm pro Kilo Körpergewicht des Hundes gemeint) erhöhen sich die Nierenwerte des Tieres dramatisch und der Kalziumgehalt des Blutes steigt. Es kann zu Nierenversagen kommen und der Hund stirbt – durch ein paar Weintrauben …
Wer glaubt, er täte seinem Hund etwas Gutes, weil er bei der Fütterung von Bonbons oder anderem darauf achtet, dass es „zuckerfrei“ ist, der täuscht sich leider. Süßstoff (vor allem Xylit) kann für den Hund tödlich sein – oder er zieht schwere Leberschäden davon, weil der Süßstoff bewirkt, dass körpereigenes Insulin in rauhen Mengen ins Blut ausgeschüttet wird.
Im Gegensatz zu Menschen kommt die Leber bei Hunden beim Thema Alkohol gar nicht erst ins Spiel, weil der Hund unmittelbar eine hochgradige Vergiftung erleidet. Eine halbe bis ganze Stunde nach der Aufnahme von Alkohol bekommt er Durchfall, Erbrechen und starkes Speicheln und ein bis zwei Stunden danach kann er bereits hohes Fieber und Krampfanfälle haben.
Natürlich stirbt kein Hund davon, wenn er mal irgendwo einen Tropfen Bier aufgeleckt hat – aber es ist unverantwortlich und grobe Tierquälerei, ihm das Gift bewusst zukommen zu lassen.

Das Selbe gilt für Zigarettenkippen, die für manchen Hund aussehen wie Leckerchen und auf denen gerade Welpen manchmal mit Hingabe herumkauen, wenn sie sie erwischen. Hunde können Nikotin auch aufnehmen, indem sie aus einer Pfütze trinken in der Kippen schwimmen. Ein einziger gefressener Zigarettenstummel kann für einen Hund bereits tödlich sein.
Grundsätzlich gilt, dass ein Hund, genau wie wir Menschen, einen Giftstoff verträgt und überlebt, wenn er ihn nur in sehr geringen Mengen zu sich genommen hat, aber ebenfalls genau wie bei uns, sollten auch kleinste Mengen von Gift vermieden werden. Achtet auf das, was eure Fellnasen fressen!

Bild: shutterstock.com – WilleeCole