Hundefell im Winter

By on 28. Mai 2013

Die Jäckchenfrage spaltet die Hundenation: Soll der Hund eine tragen oder nicht? Die Antwort auf diese Frage hängt von dem Grund ab, aus dem der Hund die Jacke tragen soll. Gegen die Kälte schützen muss man nur Hunderassen, die nicht über Unterwolle verfügen oder sogar gar kein Fell haben – außerdem sind sehr junge Hunde kälteempfindlicher als ausgewachsene Tiere.

Was diesen Punkt betrifft, benötigt also kaum ein Hund im Winter eine Jacke. Aber es gibt andere Aspekte, die durchaus für „Kleidung“ sprechen.
Zum einen bleibt ein Hund, der angezogen ist, zu großen Teilen trocken. Selbst wenn das gesundheitsmäßig nicht relevant sein sollte, ist es doch wohnungsmäßig bei vielen durchaus wünschenswert, dass kein patschnasser Hund sich im Wohnzimmer erst einmal genüsslich schüttelt.
Zum anderen kann man mit einer Jacke bei Hunden mit langem Fell das Bilden von Eisknubbeln im Fell zumindest am Rumpf verhindern. Jeder, der schon einmal einen ausgiebigen Spaziergang im Schnee mit einem Hund gemacht hat, der kein aalglattes Fell hat, kennt sie, die manchmal schneeballgroßen Schnee- und Eisknubbel, die im Fell hängen bleiben und den ganzen Hund langsam aber sicher in eine Art Michellinmännchen verwandeln.
Den Hunden macht das nichts, außer dass es sie irgendwann in ihrer Beinfreiheit behindert. Zusätzlich ist es für sie dann allerdings anstrengender zu laufen, weil der gesammelte Schnee auf Dauer ganz schön wiegt.
Die Schneehaufen kann man zuhause entweder langsam und mühseelig aus dem Fell friemeln oder man gießt den ohnehin nassen Hund in der Wanne mit lauwarmem Wasser ein wenig ab und schmilzt die Knubbel raus.

Achtung: so verführerisch der Gedanke ist, weil es dann schneller ginge – man sollte kein heißes Wasser nehmen. Wer schon einmal eiskalte Gliedmaßen hatte und diese mit sehr warmem Wasser übergossen hat, weiß, dass es sich dann glühendheiß anfühlt – das geht unseren Hunden nicht anders, wenn sie richtig durchgefroren sind. Warmes Wasser: ja – sehr warmes Wasser: nein!
Wichtig ist es, im Vorfeld zu verhindern, dass sich diese Schneeklumpen zwischen den Ballen der Pfoten bilden. Dort tun sie unseren Hunden nämlich beim Laufen richtig weh. Um das zu verhindern, sollte man die Haare dort ratzeputz kurz halten. Je kürzer das Fell, desto schlechter können sich dort Klümpchen bilden.
Hunde, bei denen es trotzdem passiert, können eventuell Hundeschuhe anziehen. Das schützt obendrein vor Streusalz und scharfem Schotter.
Wer den Hunden im Winter auf gestreuten Wegen keine Schuhe anzieht, sollte die Füße der Tiere danach grundsätzlich mit lauwarmem Wasser gründlich abspülen, da das Streusalz für die empfindlichen Ballen ätzend ist.

Bild: shutterstock.com – Vitaly Titov & Maria Sidelnikova