Futtermittelallergie beim Hund

By on 13. April 2013

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Da Allergien gegen Futtermittel ein immer häufiger auftretendes Thema bei Hunden sind, sind wir von Hunde-Reporter immer bestrebt, die guten Futtermittelhersteller und ihre speziellen Konzepte in der Herstellung von Tiernahrung vorzustellen.

Darum haben Firmen wie „futalis“ (www.futalis.de) neben hohen Qualitätsstandards auch ein genaues Auge auf die Entwicklungen im Allergie-Bereich und bieten Lösungen an.
Jeder Hund reagiert im Laufe seines Lebens irgendwann einmal empfindlich auf ein Futtermittel. Meist bleibt es aber bei schwachen und kurzfristigen Beschwerden. Etwa 10% der Hunde entwickeln jedoch eine Allergie oder Unverträglichkeit auf bestimmte Futterbestandteile, die sich in zum Teil schwerwiegenden Symptomen äußern kann. Die Diagnose einer solchen Allergie ist zwar aufwändig, doch nur durch konsequentes Vermeiden des Allergens kann ein beschwerdefreies Leben garantiert werden.

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Eine Futtermittelallergie kann bei jedem Hund auftreten
Der 4-jährige Cocker Spaniel „Sammy“ ist ein klassischer Fall. Er war in den letzten Jahren Stammgast unterschiedlicher Tierarztpraxen. Immer wiederkehrende Ohrenentzündungen, juckende Pfoten und gelegentlicher Durchfall machten der Besitzerin Sorgen. Grundsätzlich kann es jeden Hund treffen, doch Rassen wie Cocker Spaniel, Collie, Dalmatiner, Labrador Retriever, Shar-Pei oder West Highland White Terrier sind statistisch gesehen häufiger von Futtermittelallergien betroffen. Bezüglich Geschlecht und Alter gibt es keine Risikogruppe. Eine Allergie kann schon bei Welpen auftreten, aber auch bei älteren Hunden, die das Allergen teilweise schon mehrere Jahre ohne Probleme mit ihrem Futter aufgenommen haben.

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Allergie – was ist das?
Normalerweise entwickelt der Körper eine Toleranz gegenüber Stoffen, die mit der Nahrung zugeführt werden. Bei der Entstehung einer Allergie reagiert der Körper allerdings auf Futterbestandteile, indem er sie als fremd erkennt und das Aussehen dieses “Eindringlings“ in Abwehrzellen abspeichert. Bei einem erneuten Kontakt reagieren diese Zellen mit einer Ausschüttung von Antikörpern, die wiederum unterschiedliche Symptome hervorrufen können.

Juckreiz, Rötungen, Durchfall und Erbrechen – Eine Allergie kann unterschiedliche Symptome haben
Eine Futtermittelallergie zeigt sich leider nicht durch eindeutige Symptome. Sowohl gastrointestinale Störungen. wie Durchfall, Erbrechen, Flatulenz und wechselnde Kotkonsistenz, als auch Hautprobleme können Anzeichen einer Allergie sein. Das für Hund und Halter belastendste Symptom ist meist der Juckreiz (Pruritus). Die häufigsten betroffenen Hautstellen sind an Kopf, Pfoten, Ohren, Bauch und in den Achselbereichen zu finden. Hier kann es zu Rötungen und durch juckreizbedingtes Kratzen und Benagen auch zu sekundären bakteriellen Infektionen kommen.
Zurück zum Beispiel von Sammy: Neben Verdauungsproblemen entwickelte Sammy auch Ohrenentzündungen. Eine lokale antibiotische Behandlung schaffte zunächst Milderung, da die Sekundärinfektion behoben wurde, doch da die Ursache nicht erkannt war, zeigten sich nach einigen Monaten erneut Beschwerden. Erst nach weiteren erfolglosen Therapieversuchen kam der Verdacht einer Futtermittelallergie auf.
Dieser Beispielfall aus der Ernährungsberatung der Universität Leipzig zeigt sehr gut, warum die meisten Allergiepatienten eine lange Krankengeschichte aufweisen. Unspezifische Symptome und zahlreiche Differentialdiagnosen, also weitere Erkrankungen, die sich ähnlich äußern, tragen dazu bei, dass Futtermittelallergien oft erst spät entdeckt werden.

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Probieren geht über Studieren – Die Diagnose einer Futtermittelallergie
Die beschriebenen Symptome können also nur den Verdacht auf eine Futtermittelallergie wecken. Die wirkliche Diagnose ist langwierig und aufwändig. Hierbei gilt es ein Futter zusammenzustellen, das ausschließlich aus einer Protein- und einer Kohlenhydratquelle besteht. Ziel einer solchen Eliminationsdiät ist es, eine Besserung der klinischen Symptomatik durch die Futterumstellung zu erreichen, um die Nahrung als Ursache für die Probleme zu identifizieren. Die Besserung ist dabei nicht von heute auf morgen zu erwarten, sondern kann bis zu 12 Wochen dauern. Ist nach dieser Zeit keine Besserung eingetreten, ist die Problemursache entweder eine andere oder es wurden Futtermittel ausgewählt, die nicht verträglich sind. Der Auswahl der Komponenten kommt hierbei also eine wichtige Bedeutung zu. Es muss sichergestellt werden, dass der Hund entweder noch nie Kontakt zu den Rohstoffen hatte (auch nicht durch Snacks oder kleine Gaben vom eigenen Teller) oder dass keine Allergie gegen dieses Futtermittel besteht.
Hilfreich kann hier ein Bluttest sein, der die Antikörper (IgG und IgE) im Serum bestimmt. Dieser Test wird allerdings häufig falsch interpretiert: er kann nicht diagnostizieren, auf was der Hund tatsächlich reagiert, sondern nur anzeigen, auf was nicht.
Ist die Zusammensetzung der Ausschlussdiät festgelegt, muss genau darauf geachtet werden, dass der Hund nichts anderes zu sich nimmt. Nur wenige Gramm des Allergens können die Symptome aufrechterhalten, daher müssen auch Leckerli, Kauknochen und Medikamente mit Aromen berücksichtigt werden. Rund ein Drittel aller Besitzer hält die Eliminationsdiät nicht bis zum Schluss durch und erschwert damit die Diagnostik.
Wie lief es bei Sammy? Sammys Besitzerin hat sich durchgerungen und ihm eine Ration aus Straußenfleisch und Süßkartoffel zusammengestellt. Schon nach 8 Wochen war der Juckreiz verschwunden und die Verdauung wieder in Ordnung.

Dem Patienten geht es besser. Aber wie geht es weiter?
Um nun herauszufinden, welche Futtermittel genau Sammy nicht verträgt, hat seine Besitzerin wöchentlich eine neue Zutat zur Ration hinzugefügt. Eine sogenannte „Provokation“ hilft dabei, genauere Kenntnis über die Allergene zu erlangen und die zukünftige Fütterung zu gestalten.
Bei Hunden sind die häufigsten Allergene Weizen, Soja, Rindfleisch und Molkereiprodukte, wobei 60 % der Hunde nicht nur auf einen einzelnen Inhaltsstoff, sondern gleich auf mehrere Futtermittel reagieren. Auch bei Sammy stellte sich eine Allergie gegen Soja und Rindfleisch heraus. Da seine Halterin nicht weiterhin selbst kochen wollte und Straußenfleisch auf Dauer auch preislich eher unattraktiv ist, stellte sie auf ein Trockenfutter auf Basis von Schwein und Süßkartoffel um, womit Sammy bisher gut klarkommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die Fütterung sogenannter hydrolysierter Diäten. Hier werden alle Bestandteile soweit aufgespalten, dass der Körper sie nicht mehr als Fremdstoffe wahrnehmen kann. Teilweise leiden darunter aber auch Aromen und damit der Geschmack.

Autorin: Stefanie Schmidt ist Tierärztin mit Spezialisierung auf das Fachgebiet der Tierernährung. Sie leitet seit mehreren Jahren die Ernährungsberatung am Institut für Tierernährung der Universität Leipzig. Dort hat sie ein Ernährungskonzept entwickelt, das es ermöglicht, ein Futter mit individueller, auf den Bedarf jedes einzelnen Hundes angepasster Rezeptur anzubieten, welches Krankheiten und Allergien berücksichtigt. www.futalis.de

Text: Stefanie Schmidt

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