Howard George’s DISC DOGS

By on 4. März 2013

Wer noch nie ein Disc Dog Event gesehen hat, also das Frisbee-Spielen mit Hunden im Schau-Wettkampf, der wird sich zwangsweise sofort die Frage stellen: „Na ob das wirklich gesund ist, für die Hunde, so hoch zu springen?“

Die Antwort darauf ist einfach und sehr präzise: „Ja, es ist gesund, wenn der Hund ausgewachsen, trainiert, warm gemacht und absolut (am besten vom Tierarzt bestätigt) in Ordnung ist und geeignete Frisbees verwendet werden.“
Die Kunststücke, die auf den Bildern von Howard George gezeigt werden sind das Ergebnis von langem, verantwortungsvollem Training. Man sollte also keinesfalls versuchen, auf die nächste Wiese zu gehen, sich zu ducken und einen normalen Frisbee zu werfen, in der Hoffnung, dass der Hund einem über den Rücken und dem Ding hinterher springt.
Das ist für keinen der Beteiligten gesund. Wie auch Menschen vor Sport, muss auch der Hund erst einmal warm gemacht werden und natürlich muss ein spezieller Frisbee für Hunde verwendet werden, da die Fellnasen sich an den normalen Kinder-Frisbees böse das Maul verletzen könnten.
Wichtig ist, zu erwähnen, dass die Bilder in diesem Bericht die „Profis“ bei der Arbeit zeigen. Das hat nur sehr wenig mit dem zu tun, was jeder von uns mit seinem (ausgewachsenen und gesunden!) Hund auf der Wiese tun kann. Als Laie reicht es, wenn man ein paar Grundsätzliche Dinge weiß und kann, damit Hund und Herrchen mit dem Frisbee einen Mordsspaß haben.
Versucht nicht, die spektakulären Dinge der vorliegenden Bilder oder der Videoclips die es im Internet zu sehen gibt, nachzumachen, ohne ganz genau zu wissen, was ihr da tut. Sicherheit und Gesundheit kommt beim Frisbee-Spielen mit dem Hund an allererster Stelle. Wer das anders sieht, hat nicht einmal bei solchen Events etwas verloren. Aus diesem Grund werden die, die glauben, sie müssten zu gewagte Dinge vorführen durchaus auch disqualifiziert. Ehrgeiz auf Kosten des Hundes ist auch (und sogar vor allem) bei den Profis nicht erwünscht.

Skurrilerweise ist die Begeisterung der Hunde für diesen Sport eine der größten Gefahren für die Vierbeiner. Die Hunde, die an den Frisbee-Wettbewerben teilnehmen, haben in der Regel einen so irren Spaß daran, dass sie nicht von alleine aufhören und sich vollkommen überanstrengen würden, wenn Herrchen und Frauchen sie nicht irgendwann bremsen. Auch das gehört zu der Verantwortung der Besitzer.
Howard George ist Fotograf in Amerika und liebt seine Hunde und die Fotografie, an die er nur durch Zufall heran gekommen ist. Seine Bilder von Discdogging-Events sind weithin bekannt und es gelingt dem sympathischen Hundeliebhaber immer wieder, nicht nur schöne Bilder von Disc Dogs zu machen, sondern auch die Abfolgen mit der Kamera einzufangen. Wir hatten die Gelegenheit ein ausführliches Interview mit ihm zu führen:
HR: Wann und warum hast du angefangen Hunde zu fotografieren?
Howard George: Ich hab durch Zufall angefangen, als ich mit unserem vier Monate alten Labrador Maxx zu einem Splash Dog Event gefahren bin, das im Juli 2006 hier in der Nähe stattfand. Ich hatte eine kleine Knips-Kamera dabei und hab Fotos von Maxx gemacht, wie er ins Wasser springt. Diese Fotos hat meine Frau am nächsten Tag ihrem Chef gezeigt. Er ist Fotograf und er fragte überrascht „Howie hat die gemacht? Die sind klasse! Ich geb ihm meine Kamera und dann gucken wir mal, was er damit anstellen kann.“ Also brachte sie mir die Kamera und wir sind wieder zu dem Event gefahren. Ich hab wieder Fotos gemacht und der Fotograf meinte am nächsten Tag: „Wow! Er ist bereit für die nächste Kamera!“ Er hat mir den Startschuss gegeben. Er hat mir eine Nikon D2h geliehen und zeigte mir, wie man damit umgeht. Er machte Fotos von Kindern bei Wettbewerben, die er dann auf einer Homepage einstellte, wo die Eltern sie sehen und kaufen konnten. Also hab ich das selbe für Hunde gemacht. Die Leute mochten die Bilder und fingen an, sie zu kaufen. Die Reaktionen waren mehr als ich erwartet hatte. Ehe ich mich versah, hatte Tony Reed, der Besitzer von Splash Dogs mich gebeten, sein offizieller Fotograf zu sein. Schnell wurde ich auch zu anderen Hundesport-Events eingeladen und meine Bilder tauchten in Magazinen, in der Zeitung und in Werbungen auf. Ich habe immer schon Hunde geliebt. Vor allem Labradore (Maxx und Lucy waren sein ein und alles, leider ist Lucy vor kurzem verstorben) und es macht so viel Spaß die Bilder zu machen, aber ich mag auch die Leute sehr, die in all das involviert sind. Die Atmosphäre ist immer so positiv und aufregend. Menschen, die mit den Hunden die sie lieben, Spaß haben. Das ist, als wäre man Teil einer großen Familie und die Freundschaften, die sich daraus entwickelt haben, sind mir sehr wichtig. Ich habe dort einige der tollsten Menschen kennen gelernt.
HR: Was macht es so besonders, auf speziellen Hunde-Events zu fotografieren, wie Wettkämpfen etc.?
Howard George: Ich liebe die schnellen Sportarten am meisten, wie Splash Dog-Tauch-Events oder Discdogging. Jeder Sprung ist anders. Man weiß nie, was dabei heraus kommt und es ist total aufregend, Fotos zu machen, die man niemals stellen oder planen könnte. Es ist spannend, diese besonderen und überraschenden Momente einzufangen.
HR: Was ist der Unterschied beim Fotografieren von Frisbee-Events, Splash-Dog-Events und zum Beispiel Polizeihund-Veranstaltungen?
Howard George: In einem Wort: Die Entfernung. Bei den Splash-Dog Sachen findet alles in einem sehr präzisen Raum statt. Es ist also leicht, sich zu positionieren um gute Bilder machen zu können. Man muss nur aufpassen, dass man nicht in der Spritzwasserzone steht, weil das natürlich sehr schlecht für die Kamera wäre – speziell bei Digitalkameras. Frisbee-Events finden auf einem sehr großen Areal statt, damit die Hunde Platz haben, zu rennen. Man benötigt schnelle, lange Objektive, um diese Fotos machen zu können und es ist schwer, sich zu positionieren. Obendrein muss man an das Licht und andere Faktoren denken, die das Fotografieren erschweren können. Die sorgfältig choreographierten „Freestyle“-Vorführungen bei den Frisbee-Events finden auf etwas kleinerem Raum statt. Das ist einfacher zu fotografieren und obendrein wunderschön und aufregend anzuschauen.
Was die K9-Polizei-Fotos betrifft, können die sowohl schwer als auch leicht sein. Ist es eine Vorführung vor Publikum, die Gehorsam und Kommandos zeigt, ist es einfach das zu fotografieren. Handelt es sich aber um irgendeinen abgedrehten Parcours, ist es schwierig, weil man sich nicht gut positionieren kann. Man braucht wieder spezielle Objektive und eine Menge Glück.

Wer mehr über Howard Georges Arbeiten wissen möchte, findet weitere Informationen und andere Fotogalerien auf seiner Homepage:
www.maxdogphotos.com
www.howardgeorge.com

Wer aufgrund der Fotos neugierig geworden ist, ob sein Hund ebenfalls Frisbee spielen kann, der kann sich zum Beispiel auf der Seite von Dogma-Disc-Dogs die dazu notwendigen Informationen holen. Ihr findet die Seite unter:
www.dogma-discdogs.de

Bild: shutterstock.com – Peter-Kirillov